LEA ist das jüngste Kind des „Umsonst-Ladens für Baby-Erstausstattung“ in Laatzen

Eine einzigartige Starthilfe in ein gutes Familienleben! Die Begriffe „Leben“, „Eltern-Sein“, “Arbeit“ (LEA) umfassen den neuen Arbeitsbereich im „Umsonst-Laden für Baby-Erstausstattung“ in Laatzen mit seinen niedrigschwelligen kommunikativen Angeboten.

13.01.2010 - Quelle:

Besprechung im Umsonstladen: von links Malin Dunsing (zufällig dabei), Susanne Dähne (ehrenamtliche Mitarbeiterin), Monika Brandt-Zwirner (Kirchenkreis-Sozial-Arbeiterin), Peter Klinger (Diplom-Pädagoge und Leiter des "Umsonst-Ladens"), Marlies Schroeder (ehrenamtliche Mitarbeiterin), Sandra Lehmann (Sozialpädagogin im Anerkennungsjahr)

Anfangs sollte der „Umsonst-Laden“ vor allem helfen, notwendige materielle Hilfe für junge Familien und Alleinerziehenden anzubieten. In der Sozialarbeit, der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Laatzen-Springe war deutlich geworden, dass viele junge Familien und Alleinerziehende um die Zeit der Geburt und im ersten Lebensjahr ihres Kindes unbedingt zusätzliche Hilfe bei der Ausstattung des Kindes benötigen. In 588 Fällen konnte der „Umsonst-Laden“ allein 2009 helfen.
Doch sehr schnell wurde klar, dass Eltern in dieser Zeit auch fortlaufende begleitende Beratung und Möglichkeiten eines kommunikativen Austausches brauchen. Da der „Umsonst-Laden“ räumlich erweitert wurde, konnten sich Gesprächsangebote und beratende Unterstützung nach den Bedürfnissen der Mütter „entwickeln“. Herrn Klinger, der den „Umsonst-Laden“ leitet und der Kirchenkreissozialarbeiterin Frau Brandt-Zwirner gelang es zusammen mit zuverlässigen ehrenamtlich Engagierten eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, in der die Mütter über ihre Sorgen und Erfahrungen reden mochten.

Im neuen Raum des Umsonstladens überreicht Superintendent Brandes den symbolischen Scheck der Stiftung ProDiakonie über 2.500,- Euro zur Absicherung der Personalkosten des Umsonstladens an Peter Klinger. Im Hintergrund die „Wickelecke“ und auf dem Regal Ausstattung für Schulanfänger so wie ein Teil der schon bereitstehenden Schultournister.

Zunächst traten Fragen zur Bewältigung alltäglicher Aufgaben, etwa in einer Stillberatung, der Gesundheitsvorsorge und dem nicht zu unterschätzenden Aspekt der gegenseitigen Stärkung im Austausch über die eigenen Erfahrungen im Vordergrund. Aber es wurde auch deutlich, wie wichtig vor allem für Alleinerzeihende eine Vernetzung untereinander wird, wenn die Mütter unvorhersehbare Ereignisse nicht „mit ihrem Kind auf dem Arm“ bewältigen können. Und Fragen nach Hilfen und Möglichkeiten zum beruflichen Wiedereinstieg nachdem das Kind einen Krippenplatz bekommen hat, kamen in den Blick.
Es entstand die sehr vorteilhafte Situation, dass nicht (wie etwa bei Angeboten anderer Träger) für ein thematisches Angebot um Interessenten geworben werden muss, sondern dass die Themenstellungen aus dem Kreis der Frauen kommen, die bereits den Umsonst-Laden aufsuchen, um mehr als nur materielle Hilfe und Unterstützung zu erhalten.
Herr Klinger und Frau Brandt-Zwirner haben nun aufgrund dieser Erfahrungen gemeinsam mit den Ehrenamtlichen die Arbeit im „Umsonst-Laden“ in zwei Bereiche geteilt:
A) Der Bereich „Laden“, in dem es vor allem um die materielle Versorgung geht, und der jetzt stärker von Ehrenamtlichen betreut wird.
B) Der Bereich LEA, in dem die kommunikativen Angebote nach den Bedürfnissen der Mütter von Herrn Klinger und Frau Brandt-Zwirner organisiert und niedrigschwellig angeboten werden.

Herr Klinger führt Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann durch den Umsonst-Laden für Baby-Erstausstattung

Fragen des „Lebens“, des „Eltern-Seins“ und der Probleme mit der „Arbeit“ oder des Wiedereinstiegs in die Arbeitswelt werden zunächst in drei Angeboten aufgenommen:
1. Die „ Alleinerziehende Gruppe „ richtet sich an junge Mütter mit ihren Babys.
Einmal in der Woche trifft sich die Gruppe für zwei Stunden unter der Leitung von Diakonin Uta Braun. Während dem gemeinsamen kostenlosen Frühstück wird über aktuelle persönliche Erlebnisse geredet. Danach werden, je nach der Jahreszeit, entsprechende Bastelarbeiten angefertigt. Kurzausflüge für Mütter mit ihren Babys werden mit der Diakonin gemeinsam geplant.
2. Das „ Mama-Cafe`“ richtet sich an Mütter mit ihren Kindern bis zu zwei Jahren. Es wird von Frau Scheunert ( Familienservice Büro/ La Kita e.V.) und Frau Brandt-Zwirner (Diakonisches Werk ) geleitet.
Einmal im Monat können sich Mütter in einer festen Gruppe zum allgemeinen oder auch fachlichen Austausch treffen. Fachleute werden nach Wunsch eingeladen. Frühstück wird kostenlos angeboten, für Kinderbetreuung ist gesorgt.
3. Das Angebot von Einzelberatungmit dem Ziel eventueller späterer Vermittlung an Fachleute, wird vom Diplom-Pädagogen Herrn Klinger für alle Besucher im „Umsonst-Laden“ angeboten.
Für Frauen, die ihr jüngstes Kind im Hort bzw. Kindergarten untergebracht haben und einen Einstieg bzw. Widereinstieg in den Arbeitsmarkt wagen wollen, wird ein individuelles Unterstützungsangebot entwickelt.
Trainings und Praktika oder sogar „Ein-Euro-Jobs“ innerhalb des „Umsonst-Ladens“ sind denkbar, um auf einen Wiedereinstieg in ein geregeltes Arbeitsleben vorzubereiten.

Um bedrüftigen Familien hochwertige Ware in guter Qualität anbieten zu können, ist der "Umsonstladen" auf (Sach-)Spenden von Privatpersonen und Firmen angewiesen.

Sehr dankbar sind Herr Klinger und Frau Brandt-Zwirner den Ehrenamtlichen, die sich langfristig und zuverlässig im „Umsonst-Laden“ engagieren und so dazu beitragen, dass die vertrauensvolle Atmosphäre , in der es möglich ist, eigene Sorgen anzusprechen, gewahrt wird. Wer sich hier langfristig und zuverlässig ehrenamtlich engagieren möchte, um in seiner Freizeit wirklich etwas Sinnvolles zu tun, ist herzlich eingeladen, sich den „Umsonst-Laden“ einmal anzusehen.
Auch den Geschäften und Unternehmen, die immer wieder mit Sach- und Kleidungsspenden sowie als Sponsoren den „Umsonst-Laden“ unterstützen, sind die Mitarbeiter und die junge Familien sehr dankbar. Die Versorgung des „Ladens“ läuft sehr gut.
Für die laufenden Kosten des Arbeitsbereiches LEA werden ca. 30.000,- Euro an Personal- und Sachkosten pro Jahr kalkuliert. Die Landeskirche unterstützt diese Arbeit mit zunächst 15.000,- Euro pro Jahr. Aber Herr Klinger und Frau Brandt-Zwirner sind sicher, dass weitere Spender und Sponsoren gefunden werden können, wenn sich herumspricht, dass hier sehr sinnvolle Arbeit und eine einzigartige Starthilfe für junge Familien in ein geregeltes Familienleben gegeben werden, in dem Kinder auch weiterhin gut und behütet aufwachsen können.
LEA ist eine Investition in die Zukunft und in die Hoffnung -- genau dort, wo Investitionen notwendig sind und sich für die Zukunft unseres Lebens positiv auswirken werden.

Die erfolgreiche Arbeit des Umsonstladens für Baby-Erstausstattung währe ohne das Engagement vieler nicht möglich. Das Copthorne-Hotel Laatzen unterstützte beispielsweise mit Spenden den Umsonstladen,

Uwe Büttner
Öffentlichkeitsbeauftragter im
Kirchenkreis Laatzen-Springe

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