Ihr Engagement ist gefragt!

Der „Diakonieverband Hannover-Land“ möchte mit einer Postkartenaktion die Regionalversammlung der Region Hannover auffordern, Maßnahmen zu ergreifen, die auch Kindern armer Familien eine gerechte Teilhabe an der schulischen Ausbildung ermöglicht, und bittet die Bürger, dieses Anliegen zu unterstützen. Denn Bildung zu fördern heißt in die Zukunft unserer ganzen Gesellschaft zu investieren.

12.09.2008 - Quelle: Kirchenkreis

Kirchenkreissozialarbeiterin Ingrid Röttger und Diakoniepastor Christian Klatt zeigen in einer Vergrößerung die Postkarten, die schon zu den Einschulungsgottesdiensten in den Gemeinden des Kirchenkreises verteilt wurden. Diakon im Anerkennungsjahr André Lang hat noch eine ganze Handvoll Postkarten, die weiter verteilt werden.

Bildung allein eröffnet uns in Zukunft die Möglichkeit, an aktuellen Entwicklungen teilzunehmen und wirtschaftlich erfolgreich in der globalisierten Welt zu bestehen.
Als die staatlichen Transferleistungen für Menschen mit geringem Einkommen festgelegt wurden, besonders die sog. „Hartz-IV-Gesetze“, hat man schlicht übersehen, welche Kosten auf Eltern bei der Einschulung ihrer Kinder, aber auch zu Beginn jedes Schuljahres neu zukommen. Schulranzen, Hefte, Stifte und Schulbücher sind für „Hartz-IV-Empfänger“ kaum zu bezahlen. Beiträge zum Mensaessen in der Ganztagsschule, zu Schulfahrten und Ausflügen, für Sportvereine oder einfach, um das Geburtstagsgeschenk des Schulfreundes kaufen zu können, auf dessen Geburtstagsfeier man gehen möchte, sind nicht möglich.
So werden Kinder aus armen Familien von den „normalen“ Beziehungen ihrer Schulkameraden ausgeschlossen, verlieren die Lust am Lernen und gewöhnen sich daran, in Armut beziehungsarm, perspektivarm, passiv und ohne eigenen Ehrgeiz, aber unzufrieden und auf die Zuwendung anderer angewiesen zu leben. Solche Kinder wissen nicht, warum sie lernen sollten und warum sie sich Ziele suchen sollten. Zukünftige Arbeitslosigkeit und Abhängigkeit von weiteren gesellschaftlichen Transferleistungen sind für sie vorprogrammiert.
Es wird der ganzen Gesellschaft also in Zukunft sehr viel mehr Geld kosten – es wird der ganzen Gesellschaft sehr viel Lebensqualität kosten – und es wird diesen Kindern ihr Recht auf ein würdiges Leben kosten -- wenn nicht jetzt ihre Situation verändert wird.
Der absehbaren Entwicklung muss etwas entgegen gesetzt werden. Allen Kindern und Jugendlichen muss unabhängig vom Geldbeutel der Eltern eine gerechte Teilhabe zumindest an der Schulbildung ermöglicht werden. Und die Regelungen, die dazu gefunden werden, dürfen nicht gleich wieder zur Diskriminierung der Kinder führen, indem sie nur etwas bekommen, wenn sie „ihre Armut“ eingestehen.
„Nächstenliebe“, wie wir sie durch Jesus kennengelernt haben, muss anders aussehen und klüger vorgehen!

Am Freitag, den 12. 09.08 war die Diakonie wieder „auf dem Markt“ in Springe, um möglichst viele Menschen um ihr Engagement für die Zukunft zu bitten.

Die Kommunen sind die Schulträger der allgemeinbildenden Schulen. Die Region ist Träger ergänzender Förderschulen. Die Kommunen und die Region sind in der Regionsversammlung vertreten.
Einzelne Kommunen haben bereits Fonds eingerichtet, um bei der Versorgung mit Schulmaterialien helfen zu können. Aber die Politik ist insgesamt dafür verantwortlich, diese verhängnisvollen Festlegungen für die Zukunft der Kinder zu verändern. Damit das in Angriff genommen wird, wirbt die Diakonie mit ihrer Postkartenaktion auch um Ihre Stimme und Ihr Engagement.

Uwe Büttner
Öffentlichkeitsbeauftragter im
Kirchenkreis Laatzen-Springe

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