„Kriegskinder“

Eine Veranstaltungsreihe der Erwachsenenarbeit des Kirchenkreises Laatzen-Springe

19.04.2010 - Quelle: Nachrichten 2010 aus dem Kirchenkreis

Die Erinnerung an den 8. Mai 1945 rückt nach 65 Jahren die Opfer in der Generation der so genannten Kriegskinder in den Mittelpunkt, die Jahrzehnte über das in ihrer Kindheit erlebte geschwiegen haben. Nicht jeder ist bereit, darüber zu sprechen; manche Wunden sind nur oberflächlich verheilt, sodass sie unter dem Erzählten wieder aufzubrechen drohen. Andere müssen sich nun im höheren Lebensalter vieles von der Seele reden, weil es sie immer wieder in ihrer Erinnerung einholt.

Dass das Verschweigen des Erlittenen in den Luftschutzkellern und Bunkern, bei Flucht und Vertreibung auch auf die Psyche der nachgeborenen Generation wirkte, zeigen Erfahrungen, die Psychotherapeuten in den vergangene Jahren veröffentlicht haben. Schon in den 60er-Jahren hatte der Sozialpsychologe Alexander Mitscherlich auf die Besonderheiten einer vaterlosen Gesellschaft hingewiesen.

Nicht zuletzt soll mit dieser Veranstaltungsreihe auch der Blick darauf gelenkt werden, dass Kriegsflüchtlinge aus den Kriegs- und Bürgerkriegsgebieten heute bei uns Schutz suchen. Die Frage, inwieweit wir uns für diese Menschen öffnen und ihnen eine Zukunftsperspektive ohne die Erfahrung von Gewalt geben, gewinnt auf dem Hintergrund der Erfahrungen von vor 65 Jahren in Deutschland eine besondere Dringlichkeit.

Folgende Veranstaltungen sind geplant:

1. Kindheit in der Kriegs- und Nachkriegszeit- Erfahrungsberichte Betroffener
Gesprächspartner:
Herr Flohr ( Die Kinderlandverschickung)
Herr Detering (Erfahrungen eines jungen Offiziers)
Herr Handke (Hitlerjugend) und
Herr Rehren (Zwangsarbeiter) als Ansprechpartner im Plenum.
Moderation: Rüdiger Knorr
Begleitung: Psychotherapeutin Frau Anette Winkelmüller
Termin: Donnerstag, der 6.5.10, 19:00 Uhr

2. „Krieg spielen – Frieden lernen“ – Lesung der besonderen Art
Die Lesung der Geschichte von Autorin Gudrun Pausewang findet im abgedunkelten Gemeindesaal statt. Der Text von wird in der Kirche gelesen und in den Saal übertragen. Orgelmusik
Die Hemminger Kirchenmusikerin Frau Moltzen rahmt die Lesung mit Orgelmusik.
Lesung: Herr Schwarze (angefragt)
Termin: Donnerstag, den 20.05.10, 19:00 Uhr

3. Kriegskindheiten – seelische Langzeitfolgen über Generationen?
Vortrag und Aussprache
Referent: Wolfgang Winter, Pastoralpsychologe, Göttingen
Termin: Donnerstag, der 27.05.10, 19:00 Uhr

4. Film zum Thema: „Esmas Geheimnis“
(ausgezeichnet auf der Berlinale 2006 mit dem Goldenen Bär)
„Mit diesem sorgfältig erzählten Drama gibt Jasmila Zbanic ein beeindruckendes Regiedebüt. In einfachen, aber zwingenden Szenen berichtet sie vom Leben in Sarajevo nach dem Krieg, dessen Wunden sich in einem Jahrzehnt nicht so einfach schließen lassen und der auch auf die Generation nachwirkt, die während der Kampfhandlungen noch gar nicht geboren waren.“ (kino.de)
Termin: Sonntag, 30.05.10, 17:00 Uhr

5. Kriegskinder suchen Schutz bei uns - Kriegsflüchtlinge in Deutschland
Der Abend soll nicht nur die Erfahrungen aus heutigen Krisenherden beleuchten, sondern auch die Situation von Kriegsflüchtlingen in Deutschland darstellen.
Gesprächspartner: Flüchtlinge aus Sri Lanka und dem Irak
Moderation: Superintendent Detlef Brandes
Termin: Donnerstag, 03.06.10, 19:00 Uhr

Veranstaltungsort ist der Gemeindesaal der Trinitatis-Kirchengemeinde Hemmingen, Kirchdamm 4 in 30966 Hemmingen-Westerfeld.

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