Kinderwagen und Kleidung gibt es gratis

Ein neues Projekt des Diakonieverbands Hannover-Land hilft werdenden Müttern und ihren Neugeborenen

02.05.2007 - Quelle: Diakoniestiftung proDiakonie

Ein neuer Umsonstladen der Diakonie öffnet heute im Kiefernweg 2 seine Pforten: Schwangere in Not können zum Nulltarif eine Erstausstattung für ihr Baby bekommen.
Von renate Brämer
Laatzen-Mitte. Säuberlich gestapelt liegen zahlreiche kleine Hemdchen und Pullis in den Regalen. Auch ein gut erhaltenes Kinderbettchen sowie mehrere Laufställe stehen für neue Besitzer bereit. Babyrasseln und Spielsachen sind ebenso zu haben wie gebrauchte Kinderwagen und Autositze – und das alles gratis. Familien und schwangere Frauen in Not, die dringend eine Erstausstattung für ihr Kind oder Umstandskleidung brauchen, bekommen jetzt im Kellergeschoss des Kontaktzentrums Kiefernweg Hilfe: Der neue Umsonstladen der Diakonie öffnet heute seine Pforten.

„Seit zwei Jahren kommen immer mehr Frauen zu mir, die kurz vor der Entbindung noch gar keine Sachen für ihr Baby haben“, sagt Kirchenkreissozialarbeiterin Monika Brandt-Zwirner. Ein Antrag auf Fördergeld bei der Bundesstiftung Mutter und Kind, um die Erstausstattung für Neugeborene bezahlen zu können, werde meistens aber erst nach vielen Wochen bewilligt. Die Fachfrau, die für die Schwangerenkonfliktberatung in Hemmingen, Laatzen und Pattensen zuständig ist, nahm das zum Anlass für das neue Projekt.
„Wir haben bei den Mutter-Kind-Gruppen im gesamten Kirchenkreis Laatzen-Springe um Spenden gebeten – und sind unendlich dankbar für eine wahre Spendenflut“, sagt die 48-Jährige. Unter anderem haben Familien der Hemminger Trinitatisgemeinde, der Arnumer Friedenskirchengemeinde und der Springer St.-Petrus-Gemeinde gebrauchte Kleidung, Zubehör und Spielzeug beigesteuert; Ikea hat Regale gestiftet. Auch Zuschüsse des Landeskirchenamts und der Stiftung pro Diakonie helfen bei der Finanzierung der Kleiderstube.
Nachdem zunächst der frühere Besprechungsraum der Beratungsstelle an der Alten Rathausstraße Kleiderkammer war, bieten nun die neuen Räume samt Spielecke mehr Platz. Gut Erhaltenes sollen die Nutzer – sie kommen teils von weit her – später in den Laden zurückbringen, damit auch andere Hilfe bekommen können.
Das Projekt sei im gesamten Diakonieverband Hannover-Land einmalig, betont dessen Leiter, Pastor Christian Klatt: „Wir freuen uns als Träger der Einrichtung sehr – es ist erstaunlich, was möglich ist, wenn so tatkräftig die Initiative ergriffen wird.“
Brandt-Zwirner hat in der ehrenamtlichen Helferin Tanja Pape ebenso rührige Unterstützung wie in dem Sozialpädagogen Peter Klinger, der als ABM-Kraft im Einsatz ist. Er holt gut erhaltene Sachen auch bei den Spendern ab, wenn diese sie nicht selbst in den Kiefernweg 2 bringen können. Erwünscht sind noch ein Wickeltisch und ein Stillsessel, damit Mütter ihre Kinder auch im Umsonstladen versorgen können.
Zu erreichen ist Klinger unter Telefon (05 11) 1 64 52 42 und mobil unter (01 76) 10 14 13 34. Geöffnet ist der Laden montags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 14 Uhr sowie dienstags von 14 bis 18 Uhr.

Leine Nachrichten vom 2.5.2007, Seite 3

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