Übergänge

Nachricht 05. November 2019
Foto: Stephan Schwier

Wir haben unseren Superintendenten Detlef Brandes am Reformationstag sehr feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Viele engagierte Menschen aus unserem ganzen Kirchenkreis sind sich dabei begegnet. Als Christen erleben wir immer wieder:

Wir sind zusammen unterwegs. Auch durch Übergangszeiten hindurch.

Der November ist ein Monat des Übergangs. Von der dunklen Herbstzeit hinein in die Weihnachtszeit, die von innen leuchtet und gekennzeichnet ist durch das Warten auf die erneute Ankunft des Heilands bei uns.

Zeit des Übergangs von einem Kirchenjahr ins nächste. Die Zeit geht weiter.

Im dunklen November haben viele Menschen auch mit einer inneren Düsterkeit zu kämpfen.

Dazu noch die schweren Gedenktage am Ende des alten Kirchenjahres.

Wir denken in diesen Tagen gemeinsam an die Opfer der vergangenen und der gegenwärtigen Kriege. An unsere Schuld. Immer noch erachten wir das eigene Wohl für wichtiger als das Wohl der fernen und nahen Nächsten. Immer noch haben wir große Vorbehalte und Zweifel gegenüber Gott, die uns von ihm trennen.

Am Ewigkeitssonntag erinnern wir uns an unsere Verstorbenen des vergangenen Jahres.

Bei vielen ist der Abschiedsschmerz sehr groß. Trotzdem: ein Übergang.

Wir müssen sterben, um ins ewige Leben hinüberzugehen. Das Korn muss in die Erde fallen und dort vergehen, damit im nächsten Jahr etwas Neues daraus entstehen kann. Die Blumenzwiebel braucht die Kälte und Dunkelheit der Erde, um zu neuer Blüte zu gelangen. Wir müssen uns verabschieden von den verwelkten Herbstblättern, damit im nächsten Frühling neue entstehen können. Loslassen.

Die Gemeinde oder der Kirchenkreis, auch sie brauchen die Übergangszeit, um sich neu zu bedenken und zu finden.

Immer wieder Abschied und Neubeginn!  Wie halten wir das aus? Indem wir uns gegenseitig daran erinnern, dass es immer wieder um Übergänge geht. Das Leben ist Veränderung. Wir gehen gemeinsam durch alle Veränderungen. Es ist hier nichts für die Ewigkeit, sondern wir gehen auf etwas Neues zu. Von dieser Zukunft her können wir unser Leben aus anderem Blickwinkel sehen.

Wir haben eine große Hoffnung, die in die Dunkelheit strahlt. Gott ist schon jetzt bei uns. Und zu ihm gehen wir. Im Abschied, im Übergang, im neuen Advent.

 

Liebe Grüße!

Christian Hüttmann