Zum Abschied „Superintendenten-Ruhestandsbier“

20. September 2019
Wolf Dietmar Kohlstedt überreicht zum Abschied „Superintendenten-Ruhestandsbier“ an Detlef Brandes. (Foto: Schwier)

Zwei letzte Berichte haben die Delegierten des Kirchkreistags erlebt: Magdalena Hentschel hat noch einmal einen Bericht aus der Landessynode geben und Superintendent Detlef Brandes seinen letzten Ephoralbericht. Frau Hentschel hat für die neue Synode nicht mehr kandidiert und Herr Brandes wird am 31. Oktober 2019 in den Ruhestand gehen. Beide wurden von den Delegierten des KKT mit viel Applaus und würdigenden Worten verabschiedet.

Die Mitglieder des KKT verabschiedeten Superintendent Detlef Brandes nach seinem letzten Bericht mit viel Applaus im Stehen – und mit „Superintendenten-Ruhestandsbier“: verschiedene Sorten Bier von regionalen Brauereien.

Brandes hat in seinem Bericht die sehr gute Zusammenarbeit im Kirchenkreis in den vergangenen 18 Jahren gelobt. Solide Finanzen, die Beteiligung am Diakonieverband Hannover-Land, die Errichtung des Kindertagesstättenverbands, statt Stellenkürzungen sogar neue Projektstellen – das seien nur einige wichtige, gemeinsame Entscheidungen der vergangenen Jahre gewesen. Er habe viel Rückenwind verspürt. Manches sei ihm zu langsam gegangen, aber das sei auch auf die Strukturen der Kirche zurückzuführen.

Er hat in seiner Rede einige Punkte herausgegriffen, die Kirche beschäftigen muss. Die Sonntagsgottesdienste seien zwar für alle Menschen verlässlich, „aber fühlen sich alle eingeladen?“, fragte er kritisch. Es gebe sicher auch Gläubige, die sich in der Kirche heimisch fühlten, aber nicht unbedingt in der örtlichen Kirchengemeinde. Mit Blick auf die Mitgliederprognosen mahnte er: „Die zurückgehenden Zahlen müssen uns beunruhigen.“ Künftig müssten Kirchengemeinden für das Gemeinwesen im Ort eine integrierende Funktion wahrnehmen.

Magdalena Hentschel wird von Wolf Dietmar Kohlstedt (links) und Superintendent Brandes verabschiedet (Foto: Schwier)

Auch mal dem Bischof widersprechen

Magdalena Hentschel hat sich mit sehr persönlichen Eindrücken aus der Synode verabschiedet. Zwölf Jahre war sie Abgeordnete im obersten Gremium der Landeskirche Hannovers. „Zwei Wahlperioden, 26 Sitzungswochen, 350 Ausschusssitzungen“; das seinen nur die Zahlen. Zuerst habe sie sich sehr neu gefühlt, „irgendwann widerspricht man dann auch dem Bischof öffentlich“, sagt Hentschel.

Die Jugend habe ihr besonders am Herzen gelegen, darum habe sie sich auch für die Jugendsynode eingesetzt. Jugendlichen fühlten sich oft nicht ernst genommen, sagte Hentschel. „Wir müssen uns auch an die jungen Menschen anpassen“, denn mit ihrer Art der Kommunikation würden sie die Kirche bereichern. Sie habe aber auch gern an der neuen Verfassung der Landeskirche Hannovers mitgearbeitet.

Auch Hentschel blickt kritisch auf Zukunftsthemen: „Über kurz – nicht über lang – werden wir Gebäude nicht mehr alle halten können“, sagt Hentschel. Das betreffe nicht nur Gemeindehäuser sondern auch Kirchen. Es gehe künftig nicht ohne übergemeindliche Zusammenarbeit: „Nicht alles geht überall und nicht alles können wir immer.“