Warum nicht noch einen weiteren Schritt tun…?

Nachricht Pattensen, 04. August 2020

Ausbildung zur Prädikantin von Renate Hartmann aus Pattensen

Seit über zwölf Jahren bin ich nun schon Lektorin in Pattensen. Dieses Ehrenamt beinhaltet die Aufgabe Gottesdienste mit Lesepredigt durchzuführen. "Warum dann nicht noch einen weiteren Schritt tun?", dachte ich mir. Meine Beweggründe waren klar – ich möchte den Menschen zeigen, wie wertvoll unser christlicher Glaube ist und welche tragende Kraft von ihm ausgeht. Meine eigene Überzeugung an andere authentisch weiterzugeben und dies in eigene Worte zu fassen bedeutete für mich, dass ich noch einiges an theologischem Wissen und Handwerkzeug benötige. Meine Ziele waren deshalb: sicherer im Umgang mit der Bibel und Ihrer Auslegung zu werden und eine Sprache zu finden, die leicht verständlich ist, um Gottes Wort lebendig und zeitgemäß zu verkündigen.

Also bewarb ich mich für die Ausbildung zur Prädikantin. Ermutigt durch KollegInnen aus den Lektoren- und Prädikantenkreis und bestärkt durch meinen Mann, ging es im Mai 2017 los.

Zwölf ausgefüllte Wochenenden, innerhalb von zwei Jahren, liegen nun hinter mir. Begriffe, wie Hermeneutik, Exegese, Homiletik, Systematische Theologie mussten erstmal verdaut werden - aber ich tastete mich ran. Wissenschaftliche Texte lesen, Bibelarbeit und natürlich eigene Predigten schreiben sowie die Abendmahlsliturgie, gehörten zu den Hausaufgaben und prägten nun meinen Alltag - und nicht nur meinen. Ich weiß gar nicht wieviel Predigtentwürfe, liturgische Gesänge und Texte mein Mann sich anhören musste…?! Er hatte einiges mit zu „(er)tragen“ und dafür bin ich ihm sehr dankbar!

Nach dieser theoretischen Ausbildung, die hauptsächlich im Michaeliskloster in Hildesheim durchgeführt wurde, begann nun die aufregende Zeit der Praxis. Vier Gottesdienste, zwei davon mit Abendmahl, wurden unter Beaufsichtigung meines Mentors (Pastor Gnügge) und der Beauftragten aus dem Pfarrkonvent (Pastorin Behler), von mir durchgeführt. Dank Ihrer Beurteilung erhielt ich die Zusage zum Kolloquium und das war nun mein nächstes aufregendes Ziel.

Zwei Predigten mit Gottesdienstablauf aus meiner Praxisphase waren Grundlage des Gesprächs. Am 7. Mai 2020 war es dann soweit. Regionalbischöfin Frau Dr. Petra Bahr, der Beauftragte für LektorInnen und PrädikantInnen des Sprengels Hannover, sowie die Beauftragte der Pastoren und Pastorinnen des Sprengels saßen mir per Videokonferenz (wegen Kontaktbeschränkung) gegenüber. Auch dies war für mich eine neue Erfahrung. Gott sei Dank funktionierte die Technik! Zum Abschluss dieses Gesprächs gratulierte mir Frau Dr. Bahr „zur ersten, per Videochat beauftragten Prädikantin“.

Am 12. Juli 2020 wurde ich dann, in der St.-Lucas-Kirche Pattensen, in einem festlichen Gottesdienst in das Amt zur Prädikantin eingeführt. Viele Menschen sind der Einladung gefolgt. Die Kirche war voll – so voll, wie es in „Coronazeiten“ erlaubt ist. Ein ganz besonderer Moment war für mich die Segenshandlung, an der meine beste Freundin, meine Nichte, mein Chef und mein Mentor beteiligt waren,

Leider musste der im Anschluss geplante, öffentliche Empfang aus Sicherheitsgründen ausfallen. Aber ich konnte diesen bewegten Tag mit meiner Familie, bei strahlendem Sonnenschein, mit Bratwurst und Sekt, in unserem eigenen Garten, fröhlich ausklingen lassen – natürlich mit Abstand.

Fazit: Die Prädikantenausbildung war ein wichtiger Schritt für mich und für meinen Glauben. Und ich hoffe, dass ich viele wunderbare Gottesdienste mit den Gemeinden aus dem Kirchenkreis feiern werde – ich freue mich darauf!

Ihre / Eure Renate Hartmann

Text: Renate Hartmann / Bilder: Hanna Dahle

Herzlichen Dank!

Herzlichen Dank für die tolle Begleitung und Beratung in der Mentorats- und Beauftragungsphase an Pastor Richard Gnügge und Pastorin Christine Behler. Und natürlich an meine Ausbilderinnen Pastorin Dr. Alexandra Eimterbäumer und Catharina Uhlmann.

Herzlichen Dank an Pastorin Timpe und Pastor Hüttmann (stellvertr. Superintendent) und allen anderen, die im Vorfeld und während des Gottesdienstes tätig waren. Durch Euch bleibt er für mich in besonderer Erinnerung!

Bedanken möchte ich mich auch für die liebevollen Worte, Wünsche und Präsente der anwesenden Gäste und derer, die in Abwesentheit an mich gedacht haben – ein fröhliches Dankeschön!