Kirchenmitgliederzahlen im Kirchenkreis Laatzen-Springe

16. Juli 2021

Hohe Nachfrage bei Taufen

Viele Taufen werden jetzt nachgeholt (Foto: Jens Schulze/Landeskirche Hannovers)

Zeitgleich mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers ihre grundlegenden statistischen Daten zum kirchlichen Leben im Jahr 2020 bekannt gegeben.

Zum Stichtag 31.12.2020 gehörten 2.426.686 Menschen zur Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Dies entspricht einem Rückgang von 55.329 Mitgliedern (2 %) gegenüber dem Vorjahr. Im Jahr 2020 sind 41.418 Mitglieder verstorben (2019: 41.412), 26.507 Menschen traten aus der Landeskirche aus (2019: 30.413). Dem gegenüber stehen 10.475 Taufen (2019: 20.179) und 2.323 Aufnahmen (2018: 3.457).

Für den Kirchenkreis Laatzen-Springe ergeben sich folgende Zahlen:

Im Jahr 2020 konnten wir 38.125 Mitglieder verzeichnen (Vergleich 2019: 39.176), das bedeutet einen Rückgang um 2,76 Prozent. Der prozentual höhere Rückgang gegenüber den landeskirchlichen Zahlen hat seine Ursache v.a. in einer höheren Anzahl von Verstorbenen. 2020 mussten wir von 582 Gemeindemitgliedern Abschied nehmen, über 12 Prozent mehr als im Jahr davor.  

Aufgrund der beiden Lockdowns während der Covid19-Pandemie hat es im Jahr 2020 einen deutlichen Rückgang an Taufen gegeben (2019: 296, 2020: 132). Auch bei den Konfirmationen (2019: 335, 2020: 205) und Trauungen gingen die Zahlen zurück, hier von 90 auf lediglich 16. Taufen, Konfirmationen und Trauungen wurden bzw. werden inzwischen nachgeholt: „Besonders bei den Taufen ist die Nachfrage hoch: Viele Eltern haben darauf gewartet, dass Tauffeiern mit der Familie wieder möglich sind “, freut sich Superintendent Brummer.

Auch Kircheneintritte (2019: 51, 2020: 29) und Austritte (2019: 513, 2020: 450) waren rückläufig. Für den Superintendenten ist der Rückgang bei den Austritten aber kein Grund zur Beruhigung: „Auch bei weniger Austritten ist jeder Austritt einer, der weht tut“. Sein Fazit: „Wir kämpfen gegen einen hartnäckigen Trend. Doch in den Zahlen von 2020 sind vor allem die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf das kirchliche Leben zu spüren.“ Das zeige der Blick auf die Gottesdienststatistik, sowohl bei der Zahl der so genannten Präsenzgottesdienste, als auch bei den Besucher*innen. „Klar: Es gab weniger Gottesdienste in Präsenz und deshalb auch weniger Gottesdienstbesucher*innen - aber das gottesdienstliche Leben hat sich neue Wege gesucht: Über Briefe, Telefonandachten, digitale Gottesdienste und Andachtsformate, ‚Gottesdienste in der Tüte‘ oder ‚Wäscheleinegottesdienste‘. und anderes mehr wurden viele auf andere Weise angesprochen, insgesamt sogar mehr Menschen und intensiver als in einem ‚normalen‘ Gottesdienstjahr“.

Vieles hat sich in den vergangenen Monaten verändert – auch das kirchliche Leben. Die Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen haben neue Formate entwickelt, um das kirchliche Leben unter den Bedingungen der Corona-Pandemie zu gestalten und die Menschen zu begleiten. Geistliche Impulse, Gottesdienste und Andachten im Internet und in Socialmedia-Kanälen zählen ebenso dazu wie digitale Seelsorgeangebote, Telefon-Hotlines oder analoge Angebote wie Andachten unter freiem Himmel oder Gottesdienstentwürfe zum selbstständigen Feiern zu Hause. Diese Aktionen und Ideen werden allerdings in der bundesweiten kirchlichen Statistik nicht erfasst. Aber vieles davon wird bleiben und in das kirchliche Leben einfließen.

Ein Beispiel für ein erfolgreiches Onlineformat ist das Krippenspiel des Jugendchores Quilisma aus Springe, der von der Landeskirche und vom Kirchenkreis gefördert wird. Das Video wurde über 5200mal im Internet aufgerufen. Schauen Sie mal rein: https://quilisma.de/media/#videos.

Landeskirche Hannovers/shw/bru