Verlag am Birnbach - Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

Jahreslosung 2021

Nachricht 01. Januar 2021

Ich glaube; hilf meinem Unglauben!

Keine leichte Übung – Gedanken zur Jahreslosung 2021

Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! Das ist die Jahreslosung für das Jahr 2021. Sie steht mitten in der Bergpredigt, der wichtigsten Rede, die der Evangelist Lukas von Jesus überliefert. Barmherzig sein. Das bedeutet „ein Herz für die Armen haben“. Im Lukasevangelium hat Jesus das wirklich: Er isst mit Zöllnern und Sündern, die, die nach der Geburt als erste kommen, sind bettelarme Hirten. In anderen Evangelien zählen Ausgestoßene, Sexarbeiterinnen, Witwen und Waisen zu seinen Freunden. Jesus lebt vor, dass Gott nicht bei den Reichen, Schönen und Mächtigen ist. Sondern bei denen, die ihn brauchen, denn „nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken“ (Matthäus 9,12). Gott ist in Jesus im wahrsten Sinne des Wortes heruntergekommen. Um für die Menschen da zu sein. Barmherzig zu sein. Ich meine sogar, er ist so heruntergekommen, dass wir ihn beim Barmherzigsein gar nicht immer erkennen. Seid barmherzig. Das ist eine eindeutige Aufforderung. Bei mir fällt sie auf guten Boden. In diesen Tagen ist vieles sehr unsicher, Planungen fallen mir schwer und ich bin generell eher schnell gereizt. Da lasse ich mir das gern sagen „seid barmherzig“. Erst einmal mit mir selbst. Nicht alles gelingt, wenn man seit einem dreiviertel Jahr in einer globalen Pandemie steckt. Nicht alles klappt wie am Schnürchen, wenn man sich permanent um seine Liebsten sorgt. „Seid barmherzig“ gilt aber auch den anderen. Denen, die mir begegnen, denn sie stecken ja in derselben Situation. Sie sind wahrscheinlich ähnlich angespannt und in Sorge.

Vielleicht hilft es ja, sich nicht mehr in Kleinigkeiten zu verbeißen, sondern den Blick zu weiten, um zu erkennen, wo wir gebraucht werden. So fällt es leichter, die Kraft, die ich noch hab, dort einzusetzen, wo sie gebraucht wird. Ich hoffe, damit kommen wir zusammen besser durch den Winter – und es ist ein guter Plan fürs kommende Jahr.

Pastor Jonathan Overlach