Briefgottesdienst für den 04.04.2021

04. April 2021

Musik

 

Einstimmung
Jesus Christus spricht: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben!“
Dafür steht die Osterkerze, die wir alljährlich am Ostermorgen neu entzünden.
Sie steht dafür, was wir uns Ostern zurufen:

Der Herr ist auferstande
Er ist wahrhaftig auferstanden!
Der Herr ist auferstanden!
Er ist wahrhaftig auferstanden!
Der Herr ist auferstanden!
Er ist wahrhaftig auferstanden!

Ja, das Leben siegt. Jesus blieb nicht bei den Toten. Jesus lebt. Mit uns. In uns, wenn wir ihm folgen als Licht auch in unserem Leben. Als Orientierungspunkt auf unseren Lebenswegen.
Und darum haben wir diese Kerze in diesem Jahr ausgesucht: „Siehe ich bin bei euch alle Tage!“ Das ist die Zusage, die Ostern macht!
Gott in Jesus mit uns auf unseren Wegen. Und darum wollen wir singen:

Lied „Er ist erstanden, Halleluja“

Gebet

Gott,

es ist unvorstellbar. Es ist eigentlich unglaublich.

Der Tod besiegt. Das volle Leben: Ostern!

Du für uns und wir mit dir?!

Erhalte uns in diesem Vertrauen, jetzt und immerdar,

wenn wir hören und bedenken und feiern, dass das Grab leer war. Amen

 

Osterevangelium aus Markus 16,1-8

Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich.

 

Lied „Credolied: Ich glaube fest!“

Impuls: Das grüne Kreuz
Hier neben der Kirche steht es das Kreuz des Karfreitages.
Vielleicht haben Sie es auch gesehen? Vielleicht auch einen eigenen Nagel eingeschlagen?
Es ist doch garstig anzuschauen mit seinen Nägeln, dem Draht, seiner Dunkelheit.
Den Frauen, die zum Grab kamen, um die Leichenpflege vorzunehmen, stand es sicher noch vor Augen. Die Schemen des Kreuzes, wie es sich gegen den Himmel, der dunkler und dunkler wurde, abzeichnete. Sie hatten ihn, Jesus, vom Kreuz mit abgenommen und hier niedergelegt.
Und jetzt das. Kein Leichnam im Grab. Nur eine überraschende und gar schockierende Botschaft: Er ist nicht hier! Jesus lebt. Er ist auferstanden!
Wie kann das sein?
Das Kreuz steht Ihnen doch noch vor Augen.
Tränen, Blut. Schmerz.
Sie sehen noch die Lieblosigkeit.
Den Schmerz der Natur.
Ihre Fragen und Zweifel. Ihre Verzweiflung.
Und jetzt das.
Es heißt, sie fürchteten sich und liefen erst einmal weg.
Aber dann muss sich ihr Blick gehoben haben. Müssen Sie angefangen anders auf das Kreuz zu blicken. Denn sonst wüssten wir heute nichts mehr davon. Wenn sie es nicht erzählt hätten, was sie erlebten und wie
er, der gekreuzigt gewesen ist, für sie wieder lebendig wurde.
Vielleicht haben Sie dann wieder auf das Kreuz gesehen und anstatt Lieblosigkeit auf einmal Liebe gesehen. Eine Liebe, die den Schmerz aushält. Das Böse. Und die verwandelt. Gottes Liebe.
Und darum hänge ich vor die Lieblosigkeit des Karfreitags und sein gebrochenes Herz, ein heiles Herz. Denn Ostern heißt: Das Kreuz hat nicht das letzte Wort. Das Leben siegt und Gottes Liebe siegt und heilt! Auch deine Herzenswunden!
Und ich hänge über die graue Weltkugel des Karfreitags eine heile Weltkugel. Denn nicht das Kreuz hat das letzte Wort, sondern das Leben. Und Ostern ruft uns zu: Schätze das Leben wert und lebe wie Gott es sich für dich gedacht hat. Im guten Miteinander und gut in dieser Welt, seiner Schöpfung!
Und ich hänge über das Fragezeichen der Zweifel und Fragen des Karfreitags ein Ausrufezeichen. Denn alle Fragen und Zweifel verschwinden nun nicht. Vielleicht werden sie mit dem Gesehen von Ostern sogar noch größer. Aber Ostern ist das Ausrufezeichen über dem Karfreitag. Ja auch aus unseren Schwächen, Fragen und Zweifeln kann Gott Gutes entstehen lassen, wenn wir es zulassen und uns ihm öffnen.

Nun steht es da, das Kreuz des Karfreitags. Und es beginnt Farbe zu bekommen. Und zu grünen?!

Die Lieblosigkeit, das Leid und die gebrochene Schöpfung, die Fragen und Zweifel, alles ist noch da. Aber all das ist nun aufgehoben am Kreuz bei Gott. Und auch aus diesem allen wird und kann Gott Gutes und Neues wachsen lassen.

Wie haben wir am Karfreitag noch gehört und gesungen? „Korn, das in die Erde in den Tod versinkt … Liebe lebt auf, die längst erstorben schien. Liebe wächst wie Weizen und ihr Halm ist grün.“

Und so möchte ich Sie bitten und einladen, kommen Sie doch heute und den folgenden Ostertagen vorbei und schmücken Sie dieses Kreuz mit. So dass es am Ende grünt und blüht. Als Zeichen der Hoffnung. Als Zeichen des Glaubens. Als Zeichen der Liebe. Sie finden es neben der Kirche im Rahmen des Kar- und Osterspaziergangs.

Denn das ist die Botschaft von Ostern:
Liebe lässt sich nicht vernichten und totsagen!
Hoffnung gibt es – auch für uns und diese Welt!
Glaube heißt Gott zu vertrauen und auf ihn zu hören!
Und vielleicht mögen Sie auch in diesem Sinne Ihr Osterlicht anzünden, dass Sie in Ihren Tüten gefunden haben oder dass Sie gerne auch im Turm unserer Nikolaikirche abholen können:
Ostern, das bedeutet: Liebe, Hoffnung, Glaube!
Und das Kreuz, das grünt und blüht!
Amen

Lied  „Vorbei sind die Tränen“

Gebet
Gott, Ostern – das ist für uns das Fest des Lebens.
Wir danken dir, dass du ein Gott des Lebens bist.
Dass du uns Hoffnung schenken willst und Kraft für die Herausforderungen
vor denen wir, jeder und jede einzelne, stehen.
Und doch sehen wir so viel, das dem Leben entgegensteht.
Darum bitten wir dich, hilf uns dabei Liebe zu üben,
Hoffnung zu haben und im Vertrauen zu leben, dass du dabei bist!
Gott,
da ist so Vieles, was Leben hindert und zerstört.
Gier und Hass. Krieg und Leid.
Wir bitten dich für die Geflüchteten, die Ausgegrenzten, die Opfer von Verbrechen, Krieg und Ausbeutung.
Um all das wissen wir und können doch oft nicht mehr tun, als dich um dein Erbarmen zu bitten.
Wir bitten dich für die Menschen unter uns, die um das Leben eines geliebten Menschen bangen. Die in Angst leben vor der allgegenwärtigen Krankheit.
Wir bitten dich, lass uns dein Licht, das du an Ostern entzündet hast, scheinen.
Als Licht der Liebe.
Als Licht der Hoffnung.
Als Licht des Glaubens.
In unserem Leben und für diese Welt.
Dein Licht,
das ist Lebenslicht,
Hoffnungslicht.
Und so beten wir zur dir:

Vaterunser
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen
 

Lied „Anker in der Zeit“ fT 112