Briefgottesdienst für den 11.04.2021

11. April 2021


Liebe Lesenden,
leider können die Gottesdienste in der Kirche nach wie vor nur in kleinster Zahl und mit vorheriger Anmeldung gefeiert werden. Wenn Sie den Gottesdienst am kommenden Sonntag, den 11. April um 10.00 Uhr in der Kirche mitfeiern möchten, dann melden Sie sich bitte über den bekannten Link kghiddestorf.gottesdienst-besuchen.de oder den nebenstehenden QR-Code an.
Den heutigen Gottesdienst hat Frau Prädikantin Hartmann für uns vorbereitet. Ganz herzlichen Dank dafür!
Schauen Sie doch gerne mal auf unserer Homepage www.kirche-hiddestorf.de vorbei.
Ich wünsche Ihnen, dass die österliche Freude und lebendige Hoffnung Sie alle auch in den kommenden Wochen begleitet.
Ihre Vikarin Rebecca Denger

Liebe Leser/innen dieses Briefgottesdienstes,
mit dem Spruch zur neuen Woche begrüße ich Sie ganz herzlich in der österlichen Freudenzeit. Die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten nennt sich „Freudenzeit“. Können wir diese Freude teilen? Nicht immer gelingt dies so ohne weiteres. Doch was wären wir ohne diese lebendige Hoffnung, die wir Ostern erfahren haben - was bliebe uns?
Und so feiern wir diesen Gottesdienst, zwar mit Abstand aber doch in Verbundenheit, im Namen des einen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.



PSALM 116
Das ist mir lieb,
dass der HERR meine Stimme und mein Flehen hört.
Denn er neigte sein Ohr zu mir;
darum will ich mein Leben lang ihn anrufen.
Stricke des Todes hatten mich umfangen,
des Totenreichs Schrecken hatten mich getroffen;
ich kam in Jammer und Not.
Aber ich rief an den Namen des HERRN:
Ach, HERR, errette mich!
Der HERR ist gnädig und gerecht,
und unser Gott ist barmherzig.
Der HERR behütet die Unmündigen;
wenn ich schwach bin, so hilft er mir.
Sei nun wieder zufrieden, meine Seele;
denn der HERR tut dir Gutes.
Denn du hast meine Seele vom Tode errettet,
mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten.
Ich werde wandeln vor dem HERRN
im Lande der Lebendigen.
Ich will den Kelch des Heils erheben
und des HERRN Namen anrufen.


GEBET
Gott, wir haben deinen Sohn Jesus Christus
nicht mit eigenen Augen gesehen
und doch wagen wir es, - manchmal nur zaghaft,
vielleicht unsicher und suchend, an ihn zu glauben.
Wir bitten dich:
Rüste uns mit deiner Kraft aus
und sende uns deinen Heiligen Geist,
der uns in aller Wahrheit leitet.
Durch Jesus Christus unsern Herrn. Amen


PREDIGTTEXT: JOHANNES 21, 1 - 14 (BASISBIBEL)
Später zeigte sich Jesus seinen Jüngern noch einmal am See von Tiberias. Das geschah so:
Simon Petrus, Thomas, der Didymus genannt wird, Nathanael aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus sowie zwei weitere Jünger waren dort am See beieinander. Simon Petrus sagte zu den anderen: „Ich gehe fischen!“ Sie antworteten ihm: „Wir kommen mit.“ Sie gingen zum See und stiegen ins Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.
Als es schon Tag geworden war, stand Jesus am Ufer. Die Jünger wussten aber nicht, dass es Jesus war. Jesus fragte sie: „Kinder, habt ihr nicht etwas Fisch zu essen?“ Sie antworteten ihm: „Nein!“ Da sagte er zu ihnen: „werft das Netzt an der rechten Bootsseite aus. Dann werdet ihr etwas fangen!“ Sie warfen das Netz aus. Aber dann konnten sie es nicht wieder einholen so voll war es mit Fischen. Der Jünger, den Jesus besonders liebte, sagte zu Petrus: „Es ist der Herr!“ Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr war, warf er sich seinen Mantel über und band ihn hoch. Er trug nämlich nur ein Hemd. Dann sprang er ins Wasser. Die anderen Jünger folgten im Boot und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Sie waren nicht mehr weit vom Ufer entfernt, nur etwa zweihundert Ellen.
Als sie an Land kamen, sahen sie dort ein Holzkohlenfeuer brennen. Darauf brieten Fische und Brot lag dabei. Jesus sagte zu ihnen: „Bringt ein paar von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt.“ Simon Petrus ging zum Ufer und zog das Netz an Land. Es war voll mit großen Fischen – genau 153 Stück. Und das Netz zerriss nicht, obwohl es so viele waren. Da sagte Jesus zu ihnen: „Kommt! Es gibt Frühstück!“ Keiner der Jünger wagte es, ihn zu fragen: „Wer bist du?“ Sie wussten doch, dass er der Herr war. Jesus trat zu ihnen, nahm das Brot und gab ihnen davon. Genauso machte er es mit dem Fisch. Das war nun schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern zeigte, nachdem er vom Tod auferstanden war.

PREDIGT ZU JOHANNES 21, 1 – 14
Der Duft von frisch aufgebrühten Kaffee und der Geruch von knusprigen Brötchen verbreitet sich im ganzen Haus. „Komm, Frühstück ist fertig!“ höre ich meinen Mann rufen. „Hab‘ ich etwa verschlafen?“ schießt es mir durch den Kopf. „Ah nee, Wochenende! Lieb von ihm, dass er mir heute mal etwas länger Ruhe gönnt. Die letzte Woche war anstrengend genug und frustrierend noch dazu.“ „Komm schon, ich hab‘ alles vorbereitet!“ setzt er nach. Überrascht, aber dankbar folge ich seiner Aufforderung.
Vielleicht können wir uns das auch so bei den Jüngern Jesu vorstellen. Die Jünger gehen ihrer gewohnten Arbeit nach, als hätte es Karfreitag und Ostern für sie nie gegeben. Jetzt ist es erstmal wichtig ihre Familien und sich selbst zu versorgen. Sie gehen fischen. Doch das Netz bleibt leer. Es ist dunkelste Nacht und kein einziger Fisch ist gefangen. Ihre Arbeit scheint vergeblich gewesen zu sein. Sie sind müde und hungrig, enttäuscht und verzweifelt. Wie kann es weitergehen?
Solche schwierigen, ja dunklen Stunden kennt fast jeder von uns. Und seit über einem Jahr schon sind es deutlich mehr Menschen, die schlimme Zeiten durchleben. Sorgen um die Gesundheit und Existenzängste. Alles sind dunkelste Nacht Erfahrungen. So, wie im Dunkeln auf einem See zu schippern und leere Netze mit sich zu ziehen.
Und nun steht er da: Als es schon Tag geworden war, stand Jesus am Ufer. Wie lange mag er wohl dort gestanden haben? Stand er auch schon während der Nachtstunden dort? Erkannt hatten sie ihn jedenfalls noch nicht – und Jesus spricht zu ihnen: Habt ihr nicht etwas Fisch zu essen?
Oje, mit dieser kleinen, aber treffenden Frage deckt er ihren ganzen Kummer auf: Nein, natürlich nicht! Er sieht es doch, das Netz ist leer. Sie haben nichts zu essen. Sie wissen nicht, wovon sie leben sollen. Sie, die zuvor mit Jesus gemeinsam das Tischmahl eingenommen und das Brot des Lebens bekommen haben. Die wunderbare Brot- und Fischspeisungen erlebt hatten. Sie alle haben in dieser Zeit kein Brot und keinen Fisch. Sie sind auch nach seiner Auferstehung wieder hungrig wie eh und je.
Aber nicht nur die Jünger, sehnen sich nach dem Brot des Lebens, träumen von vollen Netzen, von Sorglosigkeit und Frieden. Deshalb fordert Jesus auch uns auf, ihm unsere Ohnmacht zu bekennen und alles herauszuschreien was uns belastet und was wir uns ersehnen. Denn es hilft uns wenig, wenn wir alles für uns behalten. Jesus wird uns zuhören, wenn wir mit unseren „Nacht“-Erfahrungen zu ihm kommen. Da bin ich mir sicher! Denn er wartet nur darauf, dass wir uns ihm aufrichtig anvertrauen.
Jesus ist nicht nur ein guter Zuhörer. Nein, er gibt uns auch wichtige Hinweise und Ratschläge. Wie hier seinen Jüngern: Werft das Netz an der rechten Bootsseite aus! ruft er ihnen zu. Und das tun sie auch. Sie folgen seiner Anweisung und werfen das Netz erneut aus. Voll ist es. So voll, dass sie es nicht mehr einholen können. Da endlich erkennen sie: Es ist der Herr!
Was die Jünger dann, nach dieser kalten und durchwachten Nacht am Ufer erwartet, lässt sie erneut die Osterfreude erleben: Ein wärmendes Feuer, geröstetes Brot, frisch gegrillter Fisch und die Anwesenheit Jesu. Die Sorge war umsonst. Während die Nacht noch schwarz war und das Netz leer, stand er schon längst am Ufer. Jesus war und ist da! Er füllt ihre Netze und obendrauf lädt er sie zu diesem „deftigen“ Mahl ein.
Und genauso ist Jesus für uns da – auch wenn wir ihn nicht leibhaftig sehen. Seine Worte ermutigen uns auf ihn zu achten und von ihm zu lernen. Er fordert uns auf Neues auszuprobieren – meinetwegen auch mal gebratenen Fisch zum Frühstück. Oder dazu, mal die Seite zu wechseln, unseren Blick neu auszurichten und von alten eingefahrenen Gewohnheiten abzulassen. Haben Sie schon mal Ihren bevorzugten Sitzplatz in der Kirche gewechselt? Sie werden erstaunt sein, was so ein Perspektivwechsel bewirken kann. Denn nur wenn wir ab und an mal unsere Blickrichtung ändern, werden wir auch die ganze Fülle des Lebens erfahren können.
Holen wir uns Jesus mit ins Boot. Nehmen wir ihn mit in unseren Alltag und schenken ihm mehr von unserer Zeit. Denn wir brauchen ihn in unserer Nähe. Wir brauchen ihn in Sichtweite und brauchen seine Stärkung - auch wenn wir oft meinen wir kämen allein klar. Denn was ist, wenn die „dunkleren“ Zeiten wiederkehren oder länger anhalten als gedacht?
Dann ist es gut zu wissen, dass Jesus nicht nur im Licht des Morgens am Ufer steht. Dann ist es gut zu wissen, dass er das Brot des Lebens für uns bereithält und dass jeder neue Morgen auch einen Neuanfang ermöglicht.
Erst wenn die Vorbereitungen erledigt sind (und Jesus hat alles gut vorbereitet), kommt die entscheidende Aufforderung:
„Kommt! Es gibt Frühstück!“ Und Du, Du brauchst nur noch aufstehen und am Tisch deinen Platz einnehmen. Amen


FÜRBITTE
Jesus Christus, unser Herr, im Licht des Morgens sehen wir, dass Du uns nahe sein willst.
Wir beten für die vielen Menschen, denen der Blick ins Licht verwehrt ist; deren Leben durch Krankheit oder seelischer Not verdunkelt ist, die sich allein gelassen und einsam fühlen.
Und wir beten um Trost und Kraft für die, die aus diesem Grund Angehörige und Freunde verloren haben.
Wir rufen zu dir: Du bist da, Herr, erhöre uns!
Wir beten für die Menschen, die kein Licht am Ende des Tunnels sehen, die durch die Dunkelheit einer zerbrechenden Partnerschaft gehen,
die Krisen im Berufs- oder Schulalltag durchmachen oder von Existenznot bedroht sind.
Sie alle brauchen Kraft zum Durchhalten, neue Lebensfreude, Zuversicht und Hoffnung, und Menschen, die ihnen zur Seite stehen.
Wir rufen zu dir: Du bist da, Herr, erhöre uns!
Wir beten für uns selbst, vergib, wo wir anderen
den Lichtblick schuldig bleiben. Gib uns ein offenes, unseren Mitmenschen zugewandtes Herz. Gib uns Hände, die auch Taten folgen lassen, und schenke uns die Kraft dazu.
Lass uns selbst etwas vom Licht des Morgens verbreiten und unserer Umgebung zeigen, dass es diese lebendige Hoffnung, durch Dich, gibt.
Wir rufen zu dir: Du bist da, Herr, erhöre uns!
Herr, es gibt viele Gründe um etwas zu Bitten. Viele Gedanken und Sorgen, die uns bewegen und wir wollen damit nicht allein bleiben. Deshalb bringen wir nun in der Stille unsere eigenen Anliegen vor dich.
- Stille –
Jesus, unser Heil, du suchst nicht nur nach uns, sondern du bist da für uns, dafür danken wir dir!
Amen