Sonntagsgruß zu Jubilate, 3. Mai

Nachricht 03. Mai 2020
Trinitatis-Hemmingen - 03.05.2020:

Gruß für den Sonntag Jubilate, 3. Mai

Liebe Gemeinde!
Wenn wir in diesen Tagen aufmerksam durch unsere Straßen gehen, dann sehen wir Regenbögen in vielen Fenstern, an Zäunen und auf der Straße. Kinder haben sie mit Wasserfarben aufs Papier oder mit Kreide auf den Asphalt gemalt. Manchmal haben sie eine Botschaft dazu geschrieben: „Wir halten zusammen!“ oder „Alles wird gut!“.
Auch einige unserer Vorkonfirmandinnen und -konfirmanden haben einen Regenbogen gemalt, um uns so zu erfreuen und aufzumuntern. Vor einigen Wochen hat dieser Trend in den sozialen Medien als Mitmachaktion begonnen und zieht immer weitere Kreise. Auch in anderen Ländern malen Kinder, die ohne Kita oder Schule viel Zeit zu Hause verbringen müssen, Regenbogenbilder und platzieren sie gut sichtbar für alle Passanten. Wenn man vorübergeht, dann kann man gleich erkennen, dass auch hier ein Kind wohnt und hofft, bald wieder mit anderen Kindern spielen und lernen zu können.
In diesen Wochen sitzen viele Menschen allein in ihrer Wohnung. Diese Botschaften stärken die Hoffnung, dass wir bald wieder lernen, lachen, arbeiten und feiern können. Der Regenbogen ist leicht als ein Zeichen der Solidarität und der Zuversicht zu erkennen.
Als Hoffnungszeichen kennen wir den Regenbogen aus der biblischen Geschichte der Arche Noah. Sie erzählt von einer Zeit, als es ohne Unterlass regnete. Das ganze Land war überflutet, alles stand unter Wasser. Noah hatte zusammen mit seiner Familie ein großes Schiff, die Arche, gebaut. Hier fanden sie zusammen mit den Tieren Schutz vor der Sintflut. Vierzig Tage trieb der große Kasten durch den Sturm. Während dieser Zeit, mussten alle in ihrer Kammer bleiben. Niemand durfte auch nur ein Fenster öffnen. Doch dann dachte Gott an die Arche und setzte dem Regen ein Ende; der Himmel riss auf, die Wolken verschwanden und ganz allmählich sank nun auch das Wasser. Nach vielen Tagen öffnete Noah vorsichtig eine Luke und schickte einen Raben und drei Tauben als Boten hinaus; sie sollten auskundschaften, ob die Wasser sich schon zurückgezogen hatten. Erst als die dritte Taube nicht zurückkehrte, wusste er, dass er mit seiner Familie und mit allen Tieren das hölzerne Gefängnis verlassen konnte. Wie sollte es weiter gehen? Die ganze Welt war durch die Sintflut in ein Chaos gestürzt; alles war durcheinandergeraten.
Noah baute einen Altar und betete zu Gott. Er zeigte ihm seine Dankbarkeit aber auch seine Sorgen. Gott antwortete ihm: „Ich schließe einen Bund mit dir und deinen Nachkommen und mit allen Tieren, die mit dir auf der Arche waren. So ein Unglück soll nie wieder über die Welt kommen. Solange die Welt besteht, soll alles seine gute Ordnung haben: Saat und Ernte wechseln sich ab, ebenso Frost und Hitze; auf die Nacht folgt der Tag und nach dem Winter können wir uns auf den Frühling freuen. Und wenn doch einmal ein großes Unwetter kommt, dann schaut in den Himmel. Dort steht zwischen den Wolken mein Bogen. Er ist ein Zeichen für dich und deine Nachkommen. Sooft ihr ihn seht, sollt ihr an den Bund denken, den ich mit euch schließe.“ Und als Noah aufschaute, da sah er am Himmel einen großen Regenbogen, der sich über die Erde spannte und in allen Farben leuchtete.

So wurde der Regenbogen zu einem Hoffnungszeichen. Er erinnert uns daran, dass nach stürmischen Zeiten wieder die Sonne aufleuchtet, dass schwere Zeiten ein Ende haben und dass das Licht des Lebens nicht verlöscht. Er verbindet den Himmel mit der Erde, Gott mit uns Menschen. Gott gibt uns nicht verloren, so lautet die Botschaft des Regenbogens.

Ein geheimnisvoller Glanz geht von diesem Bogen aus. Man kann ihn genau sehen und doch nicht festhalten. Er schillert in allen Farben; jede von ihnen hat eine Bedeutung:
Rot ist die Farbe der Liebe, die für Lebenskraft und Aktivität steht. Gott schenkt uns Kraft, Resignation zu überwinden.
Orange steht für Warmherzigkeit, Offenheit, Lebendigkeit. Gott hält die Hoffnung wach, dass Freude die Tränen vertreibt.
Gelb steht als Farbe der Sonne für Glanz und Helligkeit. Gott verheißt uns, dass selbst ein kleines Licht die Dunkelheit durchdringen kann.
Grün gilt als Farbe der Hoffnung und der Standfestigkeit. Gottes Liebe wächst langsam und beständig unter uns, wie ein Weizenfeld.
Blau ist die Farbe der Treue, der Reinheit, der Sehnsucht. Gott zeigt uns, dass schon jetzt ein Stück des Himmels auf der Erde zu sehen ist.
Dunkelblau ist der Weisheit zugeordnet und steht für Heilung. Bei Gott wartet ein Heil auf uns, das wir hier auf Erden nicht finden können.
Violett gilt als Farbe der Kirche und der Versöhnung. Gott stärkt unseren Zusammenhalt, damit wir uns gemeinsam den Herausforderungen stellen können.

Liebe Gemeinde!
Die Vorkonfirmandinnen und -konfirmanden haben uns Hoffnungsbilder gemalt. Ich möchte mit Ihrer Hilfe auch ein Regenbogenbild gestalten. Ich werde eine Stellwand mit einem blauen Himmel und einem leuchtenden Bogen vorbereiten, an die wir kleine Zettel mit Notizen, Zeichnungen, Symbolen, Gedichten oder Gebeten heften können. Überlegen Sie doch bitte: Was stärkt Ihre Hoffnung? Was hilft Ihnen, nicht zu verzagen? Wo finden Sie Lebensfreude? Schreiben oder zeichnen Sie doch bitte auf einen kleinen Zettel, was Ihnen hierzu einfällt.

Am Sonntag, 3. Mai 2020, öffnen wir von 9:30 Uhr bis 12 Uhr unsere Kirche zum stillen Gebet.
Kommen Sie doch vorbei, verweilen Sie eine Weile vor Gott, lauschen Sie den Orgelklängen und den Worten aus der Bibel und bringen Sie Ihre Hoffnungsworte oder Ihr Symbol mit. Ich möchte diesen Sonntagsgruß mit einem Hoffnungsgebet schließen. Es wurde von Anneliese Schnitt geschrieben.
Gott
Du bist das Licht
Du brichst durch Wolken
und Dunkelheit
Du erhellst den Horizont
der Gedanken
Du weitest den Blick
auf die Dinge des Lebens
Du löst aus Lähmung
Du holst heraus
aus der Sprachlosigkeit
Du zündest ein Gebet
auf den Lippen
eins zu werden mit Dir

Bleiben Sie behütet und halten Sie sich munter.
Pastor Peter Beyger

 

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