Sonntagsgruß zu Kantate, 10. Mai

Nachricht 09. Mai 2020
Trinitatis-Hemmingen - 10.05.2020:

Gruß für den Sonntag Kantate, 10. Mai

Liebe Gemeinde!
Was stärkt Ihre Hoffnung?
Was hilft Ihnen, nicht zu verzagen?
Wo finden Sie Lebensfreude?

So hatte ich in der letzten Woche gefragt. Viele von Ihnen haben Gedanken und Ideen mitgebracht; einige haben schnell ein paar Stichworte auf ein Papier notiert, andere haben ausführlicher geschrieben, ein Bild oder eine Collage gestaltet. So entstand eine bunte Vielzahl von „Hoffnungszeichen“.
Einige finden ihre Lebensfreude im Garten und in der Natur. Die Saat geht auf, so viele Bäume und Sträucher blühen jetzt im Mai. Der Frühling hellt auch das Gemüt auf. Für andere spielen Menschen eine wichtige Rolle: Die Liebe des Ehemanns, der Besuch bei Freunden, die Kinder, um die man sich Sorgen macht, die Nachbarn, mit denen man am Gartenzaun plaudert.
Liebe, Freundschaft, ein vertrauter Umgang, das alles hilft uns, durch schwere Zeiten zu kommen. Und natürlich erweist sich Musik als ein Lebenselixier. Kirchenlieder zu singen, eine Mottete von Mendelsohn-Bartholdy zu hören, dem Orgelklang zu lauschen, das alles lässt uns innerlich aufleben. Der Glaube stärkt die Hoffnung und hilft nicht zu verzagen. Psalm 23, der vielen von uns seit der Kindheit vertraut ist, die Zuversicht, dass wir unsere Lieben im Reich Gottes wieder sehen werden, die Erfahrung, dass Gott uns schon einmal durch schwere Zeiten geführt hat. Glaube erweist sich oft als geistige Wegzehrung.
Ein vielfältiges Bild ist am letzten Sonntag entstanden. Jeder hat etwas von dem gezeigt, woran er glaubt, was er liebt und worauf er hofft.

Liebe Gemeinde!
Glaube, Liebe, Hoffnung
Der Apostel Paulus hat uns diese Trias in die Herzen geschrieben. Er hatte dabei die erste christliche Gemeinschaft in Korinth vor Augen. Dort versammelten sich sehr unterschiedliche Menschen zum Gottesdienst. Einige von ihnen gehörten zu den einflussreichen Menschen der Hafenstadt; doch viele von ihnen mussten wahrscheinlich harte Arbeiten verrichten. Frauen und Männer versammelten sich dort, ebenso wie Griechen und Juden.
Viele Korinther besaßen besondere Talente, Paulus bezeichnete sie als Geistesgaben, weil sie von Gott stammen. Einige konnten besonders gut mit Worten umgehen. Wahrscheinlich erzählten sie in den Gottesdiensten von Jesus und legten die Gebote aus. Andere verfügten über die Gabe, Menschen zu heilen, so dass sie oft zu den Kranken gerufen wurden. Anderen fiel es leicht zu unterscheiden, was dem Geist Gottes entspricht.
Paulus weiß um die Bedeutung dieser Begabungen für die Gemeinde. Es ist wichtig, dass Menschen gut predigen können, dass sie sich um die Kranken kümmern, dass sie Entscheidungen fällen können. Doch ohne Liebe verlöre dieses alles seinen Wert.
Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete
und hätte die Liebe nicht,
so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.
Und wenn ich prophetisch reden könnte
und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis
und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte,
und hätte die Liebe nicht,
so wäre ich nichts.
Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe
und ließe meinen Leib verbrennen,
und hätte die Liebe nicht,
so wäre mir’s nichts nütze.


Ohne Nächstenliebe, ohne den fürsorglichen Blick für die Kranken, ohne Solidarität mit den Menschen, die an den Rändern der Gesellschaft leben, verlieren alle Begabungen ihren Wert. Sie dienen vielleicht den Interessen der einzelnen, vermehren deren Ruhm und Wohlstand. Doch die ganze Gemeinschaft leidet darunter, wenn jeder nur an sich selbst denkt oder wenn der wirtschaftliche Gewinn an erster Stelle steht. Wir sollen unsere Talente so einsetzen, dass unser Handeln von Glauben, von Liebe und von Hoffnung geprägt ist.
Und aber bleibt Glaube, Liebe, Hoffnung, diese drei;
aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Dabei sind Glaube, Liebe und Hoffnung Gaben, die uns geschenkt sind. Wenn wir aufmerksam durchs Leben gehen, dann finden wir Worte, die uns hoffen lassen, Menschen, die uns lieben und bei denen wir uns geborgen fühlen, Orte, an denen unser Glaube gestärkt wird. Ich bin mir sicher, dass wirklich jeder und jedem von uns solche „Segenszeichen“ geschenkt werden, mag auch manchmal der Blick getrübt sein, so dass wir sie nicht wahrnehmen können.
Weil uns Glaube, Liebe und Hoffnung schon längst geschenkt sind, deswegen können wir sie mit unseren Mitmenschen teilen. Wer gut mit Worten umgehen kann, der kann mit seiner Rede umso leichter seine Zuhörer aufrichten, wenn er sich selbst daran erinnert, was ihn in seinem Glauben stärkt. Wer kranke Menschen besucht und sie in ihrer Heilung unterstützt, der kann die Hoffnung auf Genesung weiterreichen, die er selbst erfahren hat. Wer für die Gemeinde Entscheidungen treffen muss, der kann dieses mit einem liebevollen Blick auf die Menschen tun, die von den Entscheidungen betroffen sind.

Liebe Gemeinde!
In der letzten Woche wurden viele Einschränkungen und Vorgaben der Corona-Zeit wieder gelockert
Vorsichtig dürfen wir die Luke in unserer Arche wieder öffnen und prüfen, ob die Gefahr abnimmt. Wie schön!
Wir feiern auch wieder Gottesdienste, versammeln uns, um gemeinsam auf Gottes Wort zu hören und zu beten. Für viele von uns ist die Kirche ein Ort, an dem der Glaube gestärkt wird, und es tut gut, dass wir dort zusammenkommen können. Dabei wollen wir natürlich verhindern, dass wir einander mit dem Coronavirus anstecken. Nur eine begrenzte Anzahl von Gottes¬dienstbesucherinnen und -besuchern ist zugelassen.
Zunächst feiern wir sonntags jeweils um zehn Uhr und um elf Uhr eine halbstündige Andacht mit Orgelmusik, Ansprache, Gebet und Segen.
Leider müssen wir vorerst auf den gemeinsamen Gemeindegesang verzichten. Falls Sie keine Mund-Nase-Maske dabeihaben, dann können wir Ihnen eine ausleihen.
Ich möchte mich von Ihnen mit einem Bild verabschieden, das eine Konfirmandin für uns gemalt hat. Es gefällt mir besonders gut. Gerade in Zeiten, in denen wir Abstand voneinander halten müssen und in denen wir oft unser Gesicht nicht offen zeigen können, tut es gut, wenn wir zusammen¬halten und uns gegenseitig unterstützen.

Bleiben Sie behütet und halten Sie sich munter.
Pastor Peter Beyger

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Kirchdamm 4
30966 Hemmingen
Tel.: 0511 42 52 78

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