14. Stiftungsfest

09. September 2019

Panik für Anfänger im Jagdschloss

Er ist schnell im Reden, sehr schnell. Kaum hat der Kabarettist Lutz von Rosenberg Lipinsky eine Pointe abgeschossen, ist er schon beim nächsten Thema. Von Politikern, die auf Panik und Angst setzen bis zur Umkleide im Jagdschloss – alles nimmt der in Hamburg lebende Künstler aufs Korn. Am Freitagabend war er Gast beim jährlichen Fest der Stiftung proDiakonie des Kirchenkreises Laatzen-Springe. Rund 110 Gäste waren ins Jagdschloss nach Springe gekommen, um den Kaba-rettisten und studierten Theologen zu erleben. Sein Programm mit dem Titel „Wir werden alle sterben!! Panik für Anfänger“ laufe besonders gut in Kurorten meint der Künstler. Höhepunkt seien seine Auftritte in Bad Wörrishofen gewesen - ausgerechnet als Beitrag zu den Gesundheitswochen.

Eines seiner Hauptthemen ist der dauernde Pessimismus in Deutschland. „Schönes Wetter verha-gelt die schlechte Stimmung“. Vieles in der Weltpolitik sei Panikmache. Dabei bei Panik verlören die Menschen ihr Mitgefühl. Besonders Populisten nimmt er gern unter die Kabarett-Lupe: „Pegida, das sind alte Männer, die montagabends im Kreis laufen“. Und zur Politik in den USA sagt er unter Applaus: „Die haben ein bekokstes Frettchen zum Präsidenten gewählt“. Die Willkommenskultur dreht er einfach mal um: „Gibt es ein Land, wo die Menschen an den Bahnhöfen stehen, wenn die Deutschen kommen?“ Schlag auf Schlag durchdringt Lutz von Rosenberg Lipinsky die Gesellschaft und ihre Merkwürdigkeiten. Warum merkt es niemand, wenn ein Ausflug für Kreuzfahrpassagiere angekündigt wird als „Morgen erobern wir Belgien“?

Selbst seine Umkleide im Jagdschloss nimmt er spontan ins Programm auf, denn die Stiftungsfest-Künster sind in einem der Ausstellungsräume untergebracht, zum Teil mit ausgestopften Vögeln unter Glas. Der Kabarettist bezeichnet es kurzerhand als Hichcockzimmer. Zum Schluss ruft er die Menschen auf, positiv in die Zukunft zu gehen: „Springe hat ja einen S-Bahn-Anschluss, wie wäre es mit einem ICE-Bahnhof?“ Der Abend endete mit viel Applaus.

Ehrung für Siegfried Zimmermann

Vor dem Auftritt hat Superintendent Detlef Brandes den Laatzener Siegfried Zimmermann für seine ehrenamtliche Arbeit gewürdigt. Der 80-jährige sei seit Anfang an im Beirat der Stiftung proDiakonie und habe sich in diesen 15 Jahren immer mit viel Engagement eingebracht. Zimmermann war überrascht von der Ehrung – und lies es sich nicht nehmen, nach der Veranstaltung kräftig mit anzupacken und selbst schwere Tische zu transportieren.