Angedacht

Nachricht 04. September 2019

Danke

„Bitte schreibt gleich Tante Emmy und bedankt euch für den kleinen Schein zum Zeugnis“. Meine Schwester und ich schoben es gerne eine Weile vor uns her. Immerzu danke sagen, das fanden wir als Kinder mühsam und überflüssig. Doch unsere Eltern impften es uns ein. „Wenn ihr etwas geschenkt bekommt, dann sagt „danke“ dafür.  Kein Geschenk ist selbstverständlich.“

Heute weiß ich, es waren wichtige Erziehungssätze. Ich gebe sie  Sätze heute selber weiter. Es geht nicht um einen erhobenen Zeigefinger, mehr um die Haltung. Was du bekommst, ist nicht selbstverständlich. Ein Geschenk, eine Geste, einen langen Blick in die Augen. Ich bin gemeint. Danke, sage ich für die Zeit, die jemand sich nimmt.   Für dein Nachdenken darüber, was mich erfreuen könnte. Für die Worte, die du mir vor einer aufregenden Situation eben noch per Whats App geschickt hast.

Letzte Woche sprach ich während eines Gottesdienstes mit Seniorinnen und Senioren über das, wofür sie dankbar sind. Einzelne erzählten.  „Ich kann nach einer schweren Operation endlich wieder meine Beine flink bewegen. Es war Krieg und unsere Eltern haben uns dennoch eine schöne, behütete Kindheit geschenkt. Ich habe die Kriegsgefangenschaft überlebt und konnte nach Jahren wieder in meine Heimat“.

Wir leben von dem, was wir geschenkt bekommen haben. Manchmal auch in einem Menschen, der Jesus gleicht wie ein Verwandter.

 

Christine Behler,

Pastorin in der Friedens-Kirchengemeinde Arnum

Christine_Behler
Pastorin Christine Behler
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