Angedacht

Nachricht 28. Januar 2023

Im Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner ist der Pharisäer selbstbewusst. Er sagt: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, oder auch wie dieser Zöllner.

Dieses Selbstbewusstsein prägte die Länder Europas und besonderes unseres Landes ja lange Zeit. Der Krieg ist etwas für andere ferne Menschen, die nicht unsere hohe Entwicklungsstufe erreicht haben. Krieg ist doch kein Thema mehr in Europa mit den vielen Möglichkeiten einer friedlichen Konfliktlösung.

Im Glauben ist zudem erschütternd, dass gerade ein eher konservatives christlich geprägtes Land wie Russland heute diesen Krieg führt. Und die Ukraine ist doch ein christliches Land, das eigentlich die gleichen Werte teilt.

Religion schützt nicht vor großen Fehlern, vor Kriegen, vor Hochmut. Deswegen gibt es dieses Gleichnis in der Bibel: Wir dürfen nicht hochmütig werden. Wir stehen in Europa nicht auf der sicheren, auf der besseren Seite. Jede Entscheidung, die getroffen werden muss, hat immer zwei Seiten. Das ist uns in diesen Tagen wieder besonders deutlich geworden. 

Das weiß der Zöllner, "Gott sei mir Sünder gnädig", ist seine Bitte, die unser Herz öffnet und in diesen Tagen hoffentlich auch Gottes Herz.

Pastor Carsten Lohse

Pastor

Carsten Lohse
Carsten Lohse