Kirchen sind und bleiben Kraftorte

27. März 2026

Die Kirchenkreissynode in St. Petrus in Springe verabschiedete Beschlüsse zu Finanzierungs- und Gebäudefragen und vertiefte sich ins Klimaschutzmanagement.

Eine der Gruppenarbeiten zum Klimaschutzmanagement.

Zu Beginn wurden einige Nachwahlen in die Ausschüsse zügig durchgeführt und ein Eingabe an die Landeskirche einstimmig verabschiedet, die zum Ziel hat, den einzelnen Kirchengemeinden eine größere Beteiligung an den Nutzungsentgelten für Windkraftanlagen zugesteht. Außerdem stellte sich Constance Potinius als neue Leiterin des Kirchenamts in Ronnenberg der Synode vor.

Bericht des Superintendenten

Superintendent Andreas Brummer hob in seinem Bericht drei Sachverhalte besonders hervor. Zunächst informierte er über eine Änderung des Diakoniefonds des Kirchenkreises, der künftig neben der Ausgabe von Einzelfallhilfen für Bedürftige auch konkrete Inititiativen z.B. zur Armutsbekämpfung bezuschussen wird. Dann überbrachte Andreas Brummer die erfreuliche Nachricht, dass die Landeskirche den Start einer schulkooperativen Arbeit in Hemmingen für 3 Jahre fördert. Der Kirchenkreis selbst trägt dazu auch noch eigene Mittel bei, so dass die Schulkooperative Arbeit durch Diakonin Jana Thiel für vier Jahre gesichert werden kann. Der Superintendent berichtete außerdem von Beratungen über die Anschaffung der Kirchenmanagement Software Churchdesk in einzelnen Kirchenregionen. Hier wird aktuell über eine Anschubförderung durch den Kirchenkreis diskutiert, die die Regionen vom Transformationsfonds des Kirchenkreises beantragen können.

Kommen und gehen

Die personelle Lage war zwar vorübergehend entspannt, doch mit den Ruheständen von Silke Kragt als Krankenhausseelsorgerin in Laatzen sowie Bettina Bartke in St. Petrus Springe und dem Wechsel von Dr. Damaris Grimmsmann aus Wilkenburg-Harkenbleck in die Superintendentur nach Ronnenberg entstehen neue Personalbedarfe. Der Kirchenkreis hat jedoch zum Jahresbeginn mit Dr. Anne Pappert als Pastorin für Popup Church und Segen und Rosa Baek als Kirchenmusikerin in der Kirchenregion Springe zwei wichtige Stellen besetzen können.

Lernorte und Kraftorte

Vor dem Hintergrund der Personal- und Finanzlage ermunterte Andreas Brummer dazu, mutig die regionale Zusammenarbeit weiterzuentwickeln und über den eigenen Kirchenhorizont hinauszudenken. Der Superintendent informierte zudem über die künftige Nutzung des Klosters Wülfinghausen ab 2027, wo die Klosterkammer gemeinsam mit der Christophorus-Schule Elze einen außerschulischen spirituellen Lernort implementieren will. Der Kirchenkreis hat sich seinerseits bereit erklärt, ggf. Verantwortung für die Nutzung der Klosterkirche zu übernehmen. In einer  ersten experimentiellen Kirchenraumerkundung, die Segenspastorin Anne Pappert und Diakonin Jeanette Zimmermann vom Projekt der spirituellen Experimentierräume entwickelt haben, sei jedenfalls deutlich geworden: „Kirchen sind Kraftorte für die Seele“.

Markus Steinmetz berichtet aus der Landessynode.

Eine neue Gruppe in der Landessynode

Anschließend berichtete Markus Steinmetz, neben Dr. Jens Wening einer der beiden Mitglieder der Landessynode aus dem Kirchenkreis, von der konstituierenden Synodentagung. Markus Steinmetz gab in seinem Bericht die Aufbruchstimmung und Veränderungslust in der Synode wieder. Bisher habe es dort zwei Gruppierungen gegeben, denen sich alle Synodalen zuordneten, die „Gruppe offene Kirche“ (GOK) und die Gruppe „Lebendig.Vielfältig.Kirche“ (LVK). Bei dieser Synode hat sich nun eine neue Gruppe mit dem Namen „Kirche in Bewegung“ (KiB) gegründet, die auch eine neue Dynamik in die personellen Auswahlprozesse gebracht hat und insbesondere auch für die Besetzung der Funktionen und der Ausschüsse neue Mehrheiten ermöglichte. Die künftige Präsidentin der Synode gehört dieser Gruppe an und auch Markus Steinmetz hat sich angeschlossen. Markus Steinmetz ist außerdem Mitglied im Rechtsausschuss und gemeinsam mit Dr. Jens Wening im Ausschuss für Strukturplanung. Dr. Jens Wenig ist zudem Mitglied des Ausschusses für Mission und Ökumene. Der Kirchenkreis Laatzen-Springe ist daher in der Wahlperiode in der Landessynode stark vertreten.

Erste Projekte der PopUp-Church

Für den Bereich Pop-Church und Segensformate stellte sich Anne Pappert der Synode vor und präsentierte gleich erste Ideen. In Planung ist derzeit ein Angebot für Schüler*innen  im Kirchenkreis, das „Prüfungsmut“ im Prüfungsstress vermittelt. Ein weiteres Format im Bereich Pop-Church ist in Rethen am 1. Mai geplant.

Gruppenarbeit zum Klimaschutzmanagement

Nach diesem Programmpunkt ging es um das Thema Klimaschutz. Dazu konnten sich die Synodalen für eins von den vier Themen Mobilität, Energie, Strom oder nachhaltige Nutzung von Kirchenland entscheiden. In vier Gruppen wurde dann zentrale Fragen des jeweiligen Bereichs reflektiert, ein Bewusstsein für die Aufgaben der nächsten Jahre geschaffen und die Motivation für nötige Maßnahmen gefördert. In der Folge sollen die Ideen aus den Gesprächsrunden ausgewertet werden und interessierte Personen aus den Gemeinden und Regionen stärker miteinander vernetzt werden.

Neues vom Gebäudepriorisierungsprozess

In seinem Bericht über den Stand der Gebäudepriorisierung berichtete Superintendent Brummer über den sog. Präsentationstag am 28. Februar, an dem sich die regionalen Projektgruppen trafen und sich gegenseitig ihren Arbeitsstand vorstellten. Die Regionen stehen dabei vor der Aufgabe, ihre Kirchen und Kapellen nach der prozentualen Quote 30/30/20/20 in die vier Kategorien A-D einzustufen. Der Tag war so organisiert, dass die Präsentation, eine gemeinsame Reflexion und die Weiterarbeit sowohl in regionalen wie in gemischten Gruppen in gutem Verhältnis standen. Es herrschte dabei eine wertschätzende und inspirierende Atmosphäre. Im Austausch zwischen den Regionen wurde unter anderem deutlich, dass eine Profilbildung der Gemeinden und Regionen für den Prozess sehr hilfreich sein kann. Wesentliches Ziel des Prozesses der Gebäudepriorisierung ist, dass sich die Kirchenregionen auch über ihre inhaltliche Ziele Gedanken machen. Andreas Brummer bezeichnete den Prozess in diesem Sinn als „den Zukunftsprozess des Kirchenkreises“. Der Präsentationstag habe, so Andreas Brummer zudem gezeigt: „Größere Runden liefern oft auch größere Lösungspotentiale“.

Kirche nicht verloren geben, sondern öffnen

Andreas Brummer hob hervor, das Ziel sei nicht, Kirchen abzuwickeln oder verloren zu geben, sondern gemeinsam Lösungen für alternative und ergänzende Nutzungen zu finden. In der Synode kam dann ein Vorschlag zur Abstimmung, der die finanziellen Zuwendungen für die sog. Bauergänzungsmittel neu verteilt und je nach Kategorie unterschiedliche Impulse gesetzt werden, weitere Finanzierungsquellen zu erschließen. Die Gebäude der Kategorie A erhalten danach eine maximale Bezuschussung von 90 %, die Gebäude der Kategorie B 66 %, die der Kategorie C 33 % und die der Kategorie D 10 %. Die Festlegung der Kategorien soll auf der Synode am 16. Juni erfolgen. Ab 1. Juli soll die Neufassung der Mittelvergabe wirksam werden.

Pastor Anselm Stuckenberg stellt den Bauausschuss vor.

Prävention bleibt aktuell

In einem kurzen Bericht zum Bereich Prävention Sexueller Gewalt hob Pn. Dr. Damaris Grimmsmann hervor, dass zwar alle Mitarbeiter*innen auf Kirchenkreisebene Schulungen absolviert haben, aber auf der Ebene der Kirchengemeinden noch etwa 40 Kirchenvorsteher*innen und zudem viele weitere ehrenamtliche und nebenberufliche Mitarbeitende geschult werden müssten.  In einem Zoom mit Kirchenvorstandsvorsitzenden und Pfarrämter wurde die Dringlichkeit der Aufgabe besprochen und verabredet, die Mitarbeitenden mit größerem Nachdruck auf die Schulungspflicht hinzuweisen.

Vorstellung des Bauausschusses

Zum Schluss stellte Anselm Stuckenberg die Arbeit des Bauausschusses vor, der sich die Gebäude im Kirchenkreis „von der Kirchturmspitze bis zum Keller“ anschaut und Empfehlungen für die Kirchengemeinden abgibt. Dazu tagt der Ausschuss häufig gleich an den Orten, die gerade begutachtet werden. Anselm Stuckenberg hob hervor, dass der Bauausschuss lediglich beratend tätig ist und die Verantwortung für den Zustand der Gebäude trotzdem selbstverständlich bei den Gemeinden liegt. Der Bauausschuss steht aber den Gemeinden mit Ratschlägen, Ideen und vor allem Kontakten zu den Ämtern und Dienstleistern zur Verfügung.