Ein Apfelbäumchen für die Pastorin

18. Mai 2026

Rebecca Denger wurde nach Ablauf ihres Probedienstes als Pfarrerin der Trinitatisgemeinde in Hemmingen in einem Gottesdienst in ihr Amt eingeführt.

Rebecca Denger (3. von links) kurz vor dem Einzug. Foto: Thomas Schwarze

Superintendent Andreas Brummer würdigte in seiner Ansprache den Weg, den Rebecca Denger gegangen ist. Zwölf Jahre liegen zwischen ihrem ersten theologischen Examen und dem Tag, an dem Sie dann ihr Vikariat begonnen hat – Jahre, in denen sie ganz für ihre Familie da war. In dieser Zeit war sie schon ehrenamtlich in der St. Petri-Kirchengemeinde in Döhren und als Prädikantin im Amtsbereich Süd-Ost des Stadtkirchenverbandes Hannover tätig. Was Rebecca Denger auszeichne, sei dieser lange Atem, die Kraft und Bereitschaft zur Unterbrechung und die große Entschlossenheit, den Weg Ihrer Berufung wiederaufzunehmen und beharrlich zu verfolgen.

Verantwortung und Freiheit

Brummer richtete auch einen persönlichen Wunsch an die neue Pastorin: Sie möge beides im Blick behalten – Verantwortung und Freiheit. Dass sie die Verantwortung ernst nimmt, daran ließ er keinen Zweifel. Doch er ermunterte sie ausdrücklich, auch die Freiheit zu leben, die zum pastoralen Amt gehört: sich zu dispensieren von manchen Erwartungen – der Gemeinde, des Kirchenvorstands, und auch des Superintendenten. Denn, so Brummer: „Wir sind zur Freiheit berufen und können unseren Dienst nur tun, wenn wir auch aus dieser Freiheit heraus leben." Innehalten, unterbrechen, sich neu ausrichten, Gott Raum geben. Das sei keine Schwäche, sondern Kern des Dienstes. Er nahm auch das Motto des Sonntags Exaudi auf. Exaudi heißt „Höre“. Das Hören, so Brummer, sei bei der Arbeit als Pastorin eine Kernkompetenz. Unsere Zeit brauche „Menschen, die nicht gleich kommentieren und bewerten müssen und liken oder disliken, sondern die einfach zuhören. Die anderen Gehör schenken und so erst den Raum öffnen, damit manches, was Menschenherzen umtreibt, überhaupt ausgesprochen werden kann."

Dagmar Oppermann und Frank Prüßing übergeben ein Apfelbäumchen. Foto: Sigmar von Blanckenburg.

In ihrer Einführungspredigt stellte Pastorin Denger einen Vers aus dem Epheserbrief in den Mittelpunkt, den sie als Leitthema dieser Einführung gewählt hatte: „Es ist mein Gebet, dass Christus aufgrund des Glaubens in euren Herzen wohnt und dass euer Leben in der Liebe verwurzelt und auf das Fundament der Liebe gegründet ist“ (Epheser 3,17). Sie betonte, dass Gemeinde nicht zuerst von Erfolg, Leistung oder perfekten Strukturen lebe, sondern von einer gemeinsamen Grundlage in Gottes Liebe. Mit dem Bild eines Baumes beschrieb sie, dass tiefe Wurzeln Halt geben, Stürme aushalten lassen und zugleich Weite und Offenheit ermöglichen. Diese Liebe Gottes sei größer, als Menschen sie ganz begreifen könnten, und befähige dazu, anderen mit Respekt, Ehrlichkeit und Geduld zu begegnen. Gemeinde solle deshalb ein Ort sein, an dem Menschen mit ihren Fragen, ihrer Freude und ihrer Trauer willkommen sind und Unterschiede ausgehalten werden können. Zugleich hob sie hervor, dass Kirche nicht für sich selbst lebe, sondern Gottes Menschenfreundlichkeit in den Alltag der Stadt hineintragen solle – in Begegnungen, Gesprächen und gemeinsamem Leben. Sie schloss ihre Predigt ab mit der entlastenden Zuversicht, dass Gemeinde letztlich nicht allein auf den Schultern der Verantwortlichen ruhe, sondern von Gottes Kraft getragen werde.

Das Apfelbäumchen und R-E-B-E-C-C-A

Das Bild von dem Baum wurde nach dem Gottesdienst gleich anschaulich: Bei dem anschließenden Empfang überreichte der Kirchenvorstand – vertreten durch Dagmar Oppermann und Frank Prüßing – Rebecca Denger ein echtes Apfelbäumchen. Das Team der Hauptamtlichen aus der Kirchenregion hatte sich zudem etwas Besonderes ausgedacht: Aus dem Vornamen der neuen Pastorin bauten sie ein Akronym: Rakete, Energie, Beherzt, Empathisch, Checkerin, Clever, Akkurat. Das letzte A könnte man aber auch als „Auszeit“ sehen. Die solle sie auch immer wieder im Blick behalten. Superintendent Andreas Brummer überbrachte mit Segenswünschen des Kirchenkreises eine Empfehlung von Udo Lindenberg, nämlich die Ermunterung „Mach dein Ding!“ Zum Abschluss dankte Rebecca Denger ihrer Familie  für die Unterstützung während ihres langen Weges vom Ehrenamt zum Pfarramt.