Superintendent Andreas Brummer würdigte in seiner Ansprache den Weg, den Rebecca Denger gegangen ist. Zwölf Jahre liegen zwischen ihrem ersten theologischen Examen und dem Tag, an dem Sie dann ihr Vikariat begonnen hat – Jahre, in denen sie ganz für ihre Familie da war. In dieser Zeit war sie schon ehrenamtlich in der St. Petri-Kirchengemeinde in Döhren und als Prädikantin im Amtsbereich Süd-Ost des Stadtkirchenverbandes Hannover tätig. Was Rebecca Denger auszeichne, sei dieser lange Atem, die Kraft und Bereitschaft zur Unterbrechung und die große Entschlossenheit, den Weg Ihrer Berufung wiederaufzunehmen und beharrlich zu verfolgen.
Verantwortung und Freiheit
Brummer richtete auch einen persönlichen Wunsch an die neue Pastorin: Sie möge beides im Blick behalten – Verantwortung und Freiheit. Dass sie die Verantwortung ernst nimmt, daran ließ er keinen Zweifel. Doch er ermunterte sie ausdrücklich, auch die Freiheit zu leben, die zum pastoralen Amt gehört: sich zu dispensieren von manchen Erwartungen – der Gemeinde, des Kirchenvorstands, und auch des Superintendenten. Denn, so Brummer: „Wir sind zur Freiheit berufen und können unseren Dienst nur tun, wenn wir auch aus dieser Freiheit heraus leben." Innehalten, unterbrechen, sich neu ausrichten, Gott Raum geben. Das sei keine Schwäche, sondern Kern des Dienstes. Er nahm auch das Motto des Sonntags Exaudi auf. Exaudi heißt „Höre“. Das Hören, so Brummer, sei bei der Arbeit als Pastorin eine Kernkompetenz. Unsere Zeit brauche „Menschen, die nicht gleich kommentieren und bewerten müssen und liken oder disliken, sondern die einfach zuhören. Die anderen Gehör schenken und so erst den Raum öffnen, damit manches, was Menschenherzen umtreibt, überhaupt ausgesprochen werden kann."