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Kapelle Hemmingen

Die Kapelle Hemmingen

Mitten im alten Dorfkern von Hemmingen liegt die Kapelle.
Eingerahmt von alten Bauernhäusem und viel Grün bietet sie den idealen Rahmen für Hochzeiten und andere festliche Ereignisse.
Die Kapelle wurde im 16. Jahrhundert gebaut und hatte in jenen Zeiten nicht nur die Aufgabe, den Menschen Gottes Wort nahe zu bringen, sondern auch Schutz zu bieten in Zeiten der Not. Darauf weisen insbesondere das nahezu fensterlose Ãussere sowie das zweite Stockwerk, das als Speicher genutzt wurde, hin.
Im Innern ist der wertvollste Teil der Kapelle ein spätgotischer hölzerner Altarschrein, der ursprünglich der Mittelteil eines Flügelaltars war. Trotz intensiver Suche in verschiedenen Museen sind die beiden Flügel verschollen geblieben.
In dem Altarschrein sind acht farbig bemalte und vergoldete Heiligenfiguren zu sehen, die zur Rechten und zur Linken eines gemalten Kruzifixes stehen.
Das letzte große Ereignis in der Kapelle Hemmingen war am 04.10.1998 die Einweihung der neuen Truhenorgel.
In der Kapelle Hemmingen finden am 1. Sonntag im Monat, sowie an Feiertagen Gottesdienste statt.


Herr Dr. Horst-R. Marten schreibt über die Kapelle Hemmingen:

„Die Hemminger mittelalterliche Wehrkapelle (ihr Name ist leider nicht überliefert) ist zweigeschossig wie die in Arnum, Devese und Harkenbleck.
In gefahrvollen Zeiten bargen die Dorfbewohner unter ihrem festen Dach ihre wertvolle Habe und ihr Saatgut. Im Erdgeschoss fanden Sie selbst vor Feinden und marodierenden Heerhaufen Schutz.
Die Funktion als Zufluchtstätte beweisen heute noch u.a. die zwei kleinen mit Steinen zugesetzten Fenster in der Bruchsteinmauer über den dunklen Quadern und zwei weitere unmittelbar unter dem Dach in der Nordwand zur Straße. Das Fenster an der Ostseite zeigt den ursprünglichen Zustand.
Auch im Inneren der Kapelle ist die Zweiteilung des Gebäudes hinter dem Altar noch sichtbar. Der Zugang zur Kapelle erfolgte ebenerdig. Die Tür konnte verrammelt werden. Mehr Schutz und Sicherheit als Mauern bot der sakrale Raum als Immunitätsbezirk. Wehe, wer sich an ihm und seinen Insassen verging, dem drohte die Todesstrafe.
Nach dem 30-jährigen Kriege benötigte man die Wehrkapelle nicht mehr als Zufluchtstätte, weil eine erstarkte Landesherrschaft der Herzöge für Frieden und Rechtssicherheit im Landes sorgte. Die Wehrkapelle konnte jetzt allein geistlichen Zwecken dienen. Sie wurde daher zur Saalkirche umgebaut: Man entfernte die Zwischendecke.
Die kleinen Fenster wurden mit Bruchsteinen verfüllt und dafür die großen Fenster an der Südwand geschaffen. Die Empore wurde eingebaut, und schließlich der große vorkragende Dachstuhl mit dem Dachreiter auf die Außenmauern gesetzt.“