Gemeindeleben 2026

HANNOVER KOLLEKTIV in St. Martin

Warum in die Ferne schweifen – Ein hochkarätiges Jazzensemble in Bennigsen

Es war ein Konzertabend, der in Erinnerung bleibt: Das Hannover Kollektiv, eine Working Band aus fünf herausragenden Jazzmusikern, gastierte am Samstag in der Bennigser Kirche St. Martin – und verwandelte den Kirchenraum in einen vibrierenden Klangraum voller Energie, Farben und feiner Zwischentöne. Etwa 60 Besucherinnen und Besucher waren gekommen und erlebten ein Programm, das zeitgenössischen europäischen Jazz in seiner ganzen Spannweite präsentierte.

Das Hannover Kollektiv, eine Band, die Zeit investiert – und das hört man. Sie versteht sich nicht als Projektband, sondern als kontinuierlich arbeitendes Ensemble, das seine Musik gemeinsam entwickelt. Diese Haltung prägte den gesamten Abend: Die Stücke wirkten organisch, atmend, voller Dialoge und spontaner Wendungen. Jeder der fünf Musiker brachte seine eigene musikalische Welt ein – Klassik, Avantgarde, freie Improvisation, Bigband Erfahrung und kammermusikalische Präzision verschmolzen zu einem gemeinsamen Klang. Das Ergebnis: Mit Claus Michael Löhr (Trompete/Flügelhorn), Thomas Zander (Saxophone), Achim Kück (Piano), Sebastian Bauer (Kontrabass) und Timo Warnecke (Schlagzeug) stand ein Quintett auf der Bühne, das mit individueller Klasse und gemeinsamer künstlerischer Tiefe eindrucksvoll zeigte, wie lebendig moderner Jazz klingen kann. Denn das Konzert spannte einen weiten Bogen durch die zeitgenössische Jazzlandschaft. Auf dem Programm standen Werke von Enrico Pieranunzi, Wayne Shorter, Alan Pasqua, Kenny Wheeler, Danny Grisset, Chris Potter und Fred Hersch – ergänzt durch Eigenkompositionen von Achim Kück.
Die Auswahl reichte von lyrischen Stücken wie Endless Stars bis zu rhythmisch komplexen Titeln wie Digital Big Foot oder The Cube. Immer wieder öffneten sich Räume für eindrucksvolle Soli: Trompete und Flügelhorn, Saxophon, Piano, Kontrabass und Schlagzeug erhielten jeweils Momente, in denen ihre individuellen Stimmen klar hervortraten – und das Publikum hörbar berührten.

Die Mischung aus anspruchsvoller Komposition, improvisatorischer Freiheit und hörbarer Spielfreude führte zu einem Abend, der das Publikum mitriss. Der Beifall zeugte davon, wie begeistert die Zuhörerinnen und Zuhörer von der Musik, der Atmosphäre und der besonderen Intensität dieses Ensembles waren.

Ein Abend, der eindrucksvoll zeigte, dass man für Jazz auf hohem Niveau nicht in die Großstadt fahren muss – denn Bennigsen bietet selbst eine Bühne, auf der Musik dieser Qualität unmittelbar erlebbar wird.

Osternacht in St. Marien Lüdersen und Osterfrühstück in der Alten Schule

Wenn Orgelwerke mit dem Akkordeon gespielt werden

Wenn Orgelwerke mit dem Akkordeon gespielt werden

Musik unterschiedlicher Komponisten und Gedanken der Dichterin Mascha Kaléko

Von Horst Voigtmann

Lüdersen. Die Bankreihen der St. Marienkirche in Lüdersen sind fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Pastorin Nele Thomaier, die seit dem 1. Februar diesen Jahres die Pastorin für Bennigsen und Lüdersen ist, begrüßt die Besucherinnen und Besucher der besonderen Passionsmusik am Samstag Abend.

Alexandre Bytchkov hat zwei seiner Akkordeons mitgebracht, auf denen er mit Musik des 16. Jahrhunderts bis zur Neuzeit auf die Passionszeit einstimmt.

Am Anfang der Passionsmusik steht die Toccata & Fuge in d-Moll von Johann Sebastian Bach, bei der Bytchkov seine Meisterklasse auch dem Instrument zeigt. Bei geschlossenen Augen, könnte man meinen, es sei die Orgel, die erklingt.

Aber mit geöffneten Augen sieht man den Akkordeonisten im Altarraum mit dem „Musikinstrument des Jahres 2026“, das wirklich dem Orgelklang sehr nahe kommt.

Die schnellen Läufe, die Bach den Musikern mit seinen Werken abverlangt, machen Bytchkov keine Probleme, weder bei der Toccata & Fuge, noch bei den folgenden zwei Bachkompositionen, dem Capriccio und dem Choralpräludium zu „Wie schön leuchtet der Morgenstern“. Nachdem das Präludium verklungen ist, steht Gabriele Rose am Lesepult und trägt mit ruhiger Stimme eines der Gedichte von Mascha Kalèko vor, das "Interview mit mir selbst" überschrieben ist.

So geht es im Ablauf des Abends weiter fort: nach einem musikalischen Beitrag folgt eines der nachdenklich machenden Gedichte der in Polen geborenen Dichterin Mascha Kaléko. Gemeinsam mit ihrem Mann übersiedelte sie 1960 nach Israel. Sie lebte dort aber weitgehend isoliert. 1975 starb Mascha Kaléko auf ihrer letzten Europareise in Zürich.

Musik von Caccini, Scarlatti, Schubert, Piazolla und Vivaldi war zu hören aber auch Kompositionen von Georgy Sviridov und Yuri Peschkov aus Alexandre Bytchkovs russischer Heimat.

Als der Schlussaplaus gar nicht enden will, greift Bytchkov noch einmal zum Instrument und spielt das wohl bekannteste Lied, das Hildegard Knef gesungen hat "Für mich soll's rote Rosen regnen" und so manche Besucherin des Konzertes singt leise mit.

Bei einem kurzen Gespräch mit dem Musiker, der in St. Petersburg geboren ist, verrät er, dass seine Eltern ihn gefragt hätten, als er sechs Jahre alt wurde, was für ein Instrument er denn lernen wolle. Er habe spontan darauf geantwortet: Akkordeon, weil er in seiner Nachbarschaft eine Musikschule war und er wohl den Namen Akkordeon dort aufgeschnappt hat.

Ihm mache es große Freude am Peter-Cornelius-Konservatorium in Mainz junge und begabte Akkordeonspielerinnen und -Spieler auszubilden.

[Text und Fotos: Horst Voigtmann, siehe auch Neue Deister Zeitung, 25.03.2026, Seite 9]

Rundblick nach getaner Arbeit!

PA
Foto: Michael Beubler

Putzaktion im Pfarrgarten

Der Pfarrgarten in Bennigsen – ein Kleinod im Dornröschenschlaf

Putzaktion

Der Garten am Pfarrhaus war immer ein wild-romantisches Idyll mitten im Ort. Durch mangelnde Nutzung und Pflege in den letzten Jahren ist er zu einer dornigen Wildnis verkommen. Um diesen Dornröschenschlaf zu beenden und   unserer neuen Pastorin Nele Thomaier und Familie die Nutzung des Gartens zu ermöglichen hat der Kirchenvorstand um Mithilfe bei der diesjährigen „Aktion Frühjahrsputz“ gebeten. Große Resonanz-Viele fleißige Helfer kamen mit Handschuhen, Astscheren, Kettensägen usw.. Der Nachbar unterstützte mit seinem Trecker, der Bereitstellung von Anhängern und der Abfuhr der vollen Wagen.
Zur Stärkung zwischendurch gab es Kaffee und Kuchen und zum Abschluss Bratwurst vom Grill. Petrus war uns hold - Ein gelungener Arbeitseinsatz mit sichtbarem Erfolg in netter Gemeinschaft.

Michael Kleuker

Rundblick nach getaner Arbeit!

PA
Foto: Michael Beubler

Ordination von Pastorin Nele Thomaier und anschließender Empfang

Ordination
SvB-11

[Alle Fotos: Sigmar von Blanckenburg]

SvB-12.1

Nele Thomaier zur Pastorin in Bennigsen-Lüdersen ordiniert

Foto M. Köhne
Pastorin Nele Thomaier und Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer vor St.-Martin-Kirche in Bennigsen. Foto: Meret Köhne

Bennigsen. Am vergangenen Samstag ordinierte Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer Nele Thomaier in einem feierlichen Gottesdienst zur Pastorin in der St.-Martin-Kirche in Bennigsen.
"Darum bitte ich dich, gib mir ein Herz, das auf dich hört“ (1. Könige 3,9a) so lautete das biblische Wort, das sich Nele Thomaier für ihre Ordination ausgesucht hatte.
"Sie haben heute einen Wunsch frei, liebe Frau Thomaier“, sagte Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer in ihrer Predigt. „Sie leihen sich die Wunschworte des Königs, der für seine Weisheit in die Geschichte eingegangen ist. Und stellen Sie über ihren beruflichen Weg, der heute beginnt.“

Nele Thomaier wurde 1990 in Hildesheim geboren und wuchs in Warmsen auf. Nach ihrem Abitur studierte Thomaier Kommunikations- und Medienwissenschaft in Leipzig und in Växjö in Schweden. Anschließend studierte sie Theologie an den Universitäten Berlin, Leipzig und Göttingen. Sie absolvierte ihr Vikariat in der Südstadt-Kirchengemeinde Hannover.

In ihrem Ordinationsspruch spiegelt sich Thomaiers berufliche Grundeinstellung wider. „Nur wenn ich zuhöre und mich auf Menschen einlasse, kann ich erkennen, was in einer Gemeinde gebraucht wird“, sagt sie. Das Zuhören liegt ihr. „Mein erstes Studienfach war ja Kommunikationswissenschaft.“ Praktisch wurde es dann, als sie in einem Altenheim am Empfangstresen oder in einem Café im Leipziger Hauptbahnhof gearbeitet hat. „Ich möchte diese Erfahrungen aus einem Teil unserer Arbeitswelt nicht missen“, blickt die Pastorin zurück. Aus ihrem Vikariat nimmt sie die Freude am Experimentieren mit. „Wir haben dort beispielsweise kreative Formen des Tischabendmahls oder neue Segensrituale ausprobiert“, berichtet sie.

In ihrer neuen Gemeinde in Bennigsen-Lüdersen freut sie sich auf den „großen Gestaltungswillen und einen engagierten Kirchenvorstand“, den sie dort ebenso wie eine „ausgeprägte Willkommenskultur" wahrgenommen hat. „Der Konfirmandenunterricht wird regional erteilt, nach einem Modell, das bereits im Grundschulalter beginnt“, hat Thomaier erfahren. Auch die Kooperation mit dem CVJM, der im Gemeindehaus und mit einem Bauwagen auf dem Gelände präsent ist, prägt die Gemeinde. Eine Besonderheit ist für die Pastorin die 1907 nach einem Brand wiederaufgebaute Kirche. Mit ihrer Fülle an Symbolbildern, sowohl außen als auch innen, sei sie eine „sprechende Kirche“ und nehme auch Lokalgeschichte mit auf, sagt sie.     

Pastorin Nele Thomaier hat ihren Dienst schon am 1. Februar angefangen. Sie wohnt mit ihrem Ehemenschen Sonja Thomaier und der gemeinsamen Tochter bereits in der Pfarrwohnung.

Die Gemeinde Bennigsen-Lüdersen liegt im Kirchenkreis Laatzen-Springe, der wiederum Teil des evangelisch-lutherischen Sprengels Hannover ist. Der Sprengel Hannover ist die in neun Kirchenkreise gegliederte Kirchenregion in und um die Landeshauptstadt Hannover mit rund 422.000 Kirchenmitgliedern in 210 Kirchengemeinden.