Gemeindeleben 2019

Alles dreht sich um die Liebe

Liebe 1
[Foto: Michael Beubler]

Besonderes Themenkonzert in der Kirche Bennigsen

Liebe 3
Die Kantorei St. Martin hat bei dem Konzert „Über die Liebe“ das Bremer Klarinettenquartett mit Allan Ware (v.l.), Barbara Rößler, Christian Dawid und Martin Kratzsch zu Gast. FOTO: VOIGTMANN

BENNIGSEN. Eigentlich gilt der Mai als Monat der Liebe. Tatsache ist aber, dass sich die Liebe natürlich nicht auf den Frühling reduzieren lässt. „Gott sei Dank“, wird so manch einer denken. Denn Sabine Nauber hatte mit der Kantorei für das Konzert in der St.-Martin-Kirche das Thema „Liebe“ ausgewählt. Und das in einem Monat, der wegen der Feiertage Allerheiligen oder dem Volkstrauertag eher mit den Themen Tod und Sterben verbunden ist.
Für das Konzert in Bennigsen konnten die Organisatoren Organist Axel LaDeur und das Bremer Klarinettenquartett gewinnen. Das Ergebnis: Ein außerordentlich facettenreiches und kurzweiliges Konzert, bei dem die Musiker ihre Zuhörer in ihren Bann zogen.
Das älteste Zeugnis hocherotischer Texte über die Liebe ist in der Bibel, im Hohelied, zu finden. Im Programm standen gleich drei Komponisten aus dem 15. Jahrhundert und der Neuzeit, die sich dieser Texte angenommen haben, teils im lateinischen Text der Septuaginta, teils in der Übersetzung ins Englische. Die Chorsätze wurden teilweise von der Orgel, beziehungsweise von den vier Klarinetten begleitet. Zwischen den Chorsätzen hatten allein die Klarinetten das Wort. Es war ein Genuss, wie die vier Profimusiker im Zusammenspiel aufeinander Acht gaben, und mit welcher Spielfreude sie die ungarischen Tänze von Ferenc Farkas, oder auch die Cinq Mouvements von Claude Arrieu interpretierten.

Die Zuhörer bekamen mit den Übersetzungen die Möglichkeit zu verstehen, was in englischer, lateinischer, französischer oder italienischer Sprache den Noten an Text zugeordnet ist. Mancher Text ist unverblümt fordernd wie in dem „Belle, qui tienes ma vie“ von Thoinot Arbeau: Komm näher, meine Geliebte. Sei mir nicht länger widerspänstig. Denn mein Herz ist Dein. Um meine Ungeduld zu besänftigen, gib mir einen Kuss. Andere Texte sind verschlüsselt, wie in John Dowlands „Come again“, in dem der Jüngling um eine erneute Liebesnacht buhlt.

Die zweite Hälfte des Konzertes war von Volksweisen geprägt, bevor im Schlussteil Wolfgang Amadeus Mozart im Mittelpunkt stand. In dem Divertimento für vier Klarinetten erklangen Themen aus Figaros Hochzeit und Don Giovanni. Anschließend wurden einige Notturni (Nachtmusiken) in italienischer Sprache gesungen, die von Liebesfreud und Liebesleid handelten, von Mozart als dreistimmige Sätze vertont und von Bassetthörnern (Klarinetten in Tenorlage) begleitet wurden.

Den Abschluss bildete eine von Heinrich Isaac komponierte Melodie, die sowohl als Volkslied, mit dem Text „Innsbruck, ich muss die lassen“ bekannt ist, aber auch als Kirchenlied „Nun ruhen alle Wälder“ im Gesangbuch zu finden sind. Die Zuhörer wurden eingeladen, den letzten Vers dieses Kirchenliedes mitzusingen, der mit einer Choralbegleitung für Orgel von Johannes Brahms von Axel LaDeur das Konzert beendete.

Im Gemeindehaus feierten die Chormitglieder gemeinsam mit den Konzertgästen und Musikern die gelungene Veranstaltung, die für Sabine Nauber zu den wenigen besonderen Auftritten gehört, die bis zum Jahresende noch in ihrem Terminkalender stehen.
Mit dem 1. Januar beginnt für die rührige Kirchenmusikerin ein Sabbatjahr.

[Horst Voigtmann, NDZ 05.11.2019 S. 9]

Liebe 2
[Foto: Michael Beubler]
Serenade 2019
Hannover Brass

Pop Up

Katharina Gärtner bringt Menschen zum Singen

Workshop

Chorworkshop in Bennigsen mit abschließendem Konzert vor Familie und Freunden

von PATRICIA SZABO

[Zum Abschluss geben die knapp 40 Teilnehmer unter der Leitung von Katharina Gärtner (am Piano) ein kleines Konzert. FOTO: SZABO]

BENNIGSEN. Von blutigen Anfängern zu langjährigen Chormitgliedern – Katharina Gärtner ist es gelungen, bei ihrem Workshop alle unter einen Hut zu bringen. Innerhalb kürzester Zeit gelang es ihr, aus den einzelnen Musikern und Neulingen eine Gruppe zu formen, die am Ende sogar aufgetreten ist.
38 Teilnehmer, darunter Sänger der St.‐Martin‐Kantorei sowie Musikbegeisterte aus dem Stadtgebiet Springe und der Region Hannover, kamen in Bennigsen zu dem Jazz‐Chorworkshop mit Katharina Gärtner zusammen, um gemeinsam moderne Stücke zu singen. Organisiert wurde die Veranstaltung von Kirchenmusikerin Sabine Nauber, die Gärtner für den Kurs gewinnen konnte. „Ich bin von ihrer Energie und Fantasie begeistert.“
Die Arrangements waren vielfältig und abwechslungsreich: „Wir haben nicht nur christliche Stücke, sondern verschiedene Stilistiken wie Rock und Jazz gesungen. Aber auch rhythmische Übungen standen auf dem Lehrplan“, zählte sie auf.
Im Anschluss an den Workshop gaben die Musiker in der St.‐Martin‐Kirche ihr Können auch gleich zum Besten. Einer der Teilnehmer war Helmut Rasche aus Gestorf. Er brachte bereits Gesangserfahrung mit, wollte aber „mal was anderes singen“. Für Rasche sei der Workshop „hervorragend und anspruchsvoll“ gewesen. Unter den Fittichen von Gärtner fühlte er sich gut aufgehoben und habe viel gelernt, berichtete er enthusiastisch. Auch Sylvia Glüer war voll des Lobes über die vergangenen Tage: Zwar seien die Jazz‐Rhythmen und Melodien schwer gewesen, dennoch habe sie sehr viel gelernt, resümierte sie noch schnell, während sie zum bevorstehenden Auftritt in die Kirche eilte.
Kurz darauf versammelten sich die Sänger am Altar und zeigten vor Familie und Freunden das Gelernte. Mit dem Mini‐Konzert und einem abwechslungsreichen Repertoire endete der Workshop. „Bei einem öffentlichen Auftritt hätten wir zu viel Erfolgsdruck“, so Nauber.

[Foto und Text: Patricia Szabo, Neue Deister Zeitung 16.01.2019 Seite 9; s.a. HAZ Springe 16.01.2019 Seite 2]