Genau wie die Stimmung eines Kirchentages über Jahre hinaus inspirieren und tragen kann, so kann auch das Motto eines Kirchentages diese Erinnerung schnell wieder wachrufen. Superintendent Andreas Brummer griff in seiner Einführungspredigt das Kirchentagsmotto von 2025 auf – „Mutig – stark – beherzt" – und zog eine direkte Linie zu Constance Potinius: Mutig, stark und beherzt habe Sie sich damals im Mai 2025 beworben und dabei ein besonderes Profil eingebracht. sie habe nämlich eine „doppelte Feldkenntnis“: einerseits die Kenntnis des Feldes kirchlicher Arbeit vor Ort von Jugend an als Mitarbeiterin und verantwortliche Leitung im Kindergottesdienst, Leiterineiner Jugendgruppe und bei Gottesdiensten und Freizeiten und schließlich sieben Jahre als KV-Mitglied. Andererseits lernte sie auch Kirchenverwaltung von Grund auf: Ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten begann in der Heimat in Osterode, das Studium zur Verwaltungswirtin erfolgte in Hildesheim, dann nahm sie verschiedene Funktionen in landeskirchlichen Ämtern wahr. Ab 2007 arbeitete sie fast zwei Jahrzehnte bei der EKD. Nebenbei lehrte sie bis heute als Dozentin für Verwaltungsfachangestellte.
Mut brauche es aber auch, um sich in Zeiten von Mitgliederschwund, knappen Kassen und Strukturdebatten auf die Leitung eines Kirchenamtes zu bewerben. Und mutig, stark und beherzt sei Constance Potinius die Aufgabe auch angegangen: Erste Veränderungen im Leitungsstil und in den Abläufen sind bereits spürbar, die Haushaltsabschlüsse 2023 und 2024 wurden priorisiert. Doch eine neue Leitungskultur falle nicht vom Himmel, so Brummer, und es brauche auch Geduld und eine Fehlerkultur, die auch Rückschritte und Umwege als Teil eines Prozesses verstehen und integrieren kann.
Führung braucht einen sicheren Ort
Der Vers aus Psalm 31, den Constance Potinius sich gewählt habe, eröffnen jenseits den Skills moderner Leadership noch eine weitere Dimension von Führung und Leitung. Er lautet: „Du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen." Zur Führung gehöre daher auch, dass eine Leitungsperson einen sicheren Ort hat, zu dem sie flüchten kann, dass sie diesen Ort auch aufsucht in der Fülle der Aufgaben und Anforderungen, um sich innerlich auszurichten und Orientierung zu finden. Es gehe darum, sich aus einer tieferen Quelle heraus führen zu lassen, um nicht im Tagesgeschäft der ToDo-Listen unterzugehen. Auch von Jesus berichte die Bibel, wie er sich regelmäßig in die Stille zurückzog und dort die Kraft und die Orientierung für die nächsten Schritte fand. In einer säkulären Welt drohe dieses Wissen um den sicheren Ort, den die Psalmen kennen,verloren gehen und damit auch der Schatz und die Kraft der Resilienz,die die Welt der Psalmen vorhält.
Als Assistenten bei der Einführung wirkten Katrin Schoppe-Holzapfel, die Leiterin des Kirchenamtes in Hameln-Holzminden und Arne Marquardt, stellvertretender Amtsleiter in Ronnenberg. Für die Kommunen überbrachter der Ronnenberger Bürgermeister Marc Kratzke Grüße zur Einführung und betonte, die Aufgabe, die Constance Potinius übernommen hat, auch für das kirchliche Leben nach außen eine große Bedeutung hat. Pastor Johannes Hagenah hob für den Kirchenkreis Ronnenberg hervor, wie sehr sich die Handschrift von Constance Potinius bereits in den ersten Monaten abzeichne. Rund 65 Gäste nahmen an der feierlichen Einführung teil. Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus trafen Kolleginnen und Kollegen aus dem Amt, den Kirchenkreisen und Verbänden auf Familie und Weggefährtinnen sowie frühere EKD-Kollegen – ein buntes Bild der beruflichen und persönlichen Stationen, die Constance Potinius hierher geführt haben.