Frieden geht durch den Magen

24. Januar 2026
Bild: MMüller

Es ist selten geworden, und genau deshalb genieße ich es umso mehr: der Moment, wenn alle um den Tisch versammelt sind und das Essen vor uns steht. Der Duft von frisch Gekochtem zieht durch den Raum, Besteck klappert leise, und schon beginnen die Gespräche. Man lacht über Gelungenes, spendet Trost bei Misslungenem. Stunden können vergehen, ohne dass jemand auf die Uhr schaut – denn hier zählt nur das Miteinander, das Teilen und das gemeinsame Genießen.

Beim Essen kommt alles auf den Tisch. Denn Essen verbindet. An vielen Orten wird heute bewusst gemeinsam gekocht und danach natürlich auch gegessen. Menschen lernen dabei voneinander, entdecken neue Gerichte und Kulturen. Überall entstehen Projekte, in denen gemeinsames Kochen und Essen Brücken baut. Hier tauschen sich Menschen aus, lachen zusammen und erfahren, dass Freundschaft und Verständigung oft ganz einfach durch das Teilen einer Mahlzeit beginnen. Denn wahrer Frieden beginnt manchmal genau dort, wo Menschen zusammen am Tisch sitzen.

So hat es auch Jesus gelebt. Er gesellt sich zu den Menschen an ihren Tisch und teilt Brot und Leben. So kommt er mit unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch. Ihr Hunger nach Gesehenwerden und nach Frieden, nach einer Perspektive für die Zukunft wird in seiner Gegenwart gestillt – und sie werden satt.

„Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.“ (Lk 13,29), heißt es im Wochenspruch der kommenden Woche.
So bekomme ich Appetit auf einen gedeckten und belebten Tisch des Reiches Gottes – schon hier und jetzt.

Pastorin Rebecca Denger
Tel.: 0511 429312