In den letzten Tagen hat es geschneit. Ich freue mich.
Ich freue mich an Kindern, die rodeln und Schneemänner bauen. So viel Kreativität!
Für manche Menschen, klein oder groß, ist es der erste Schnee ihres Lebens. Sie strecken die Zunge heraus, um den Schnee zu schmecken.
Schnee deckt alles mit einer weißen Decke zu. Er dämpft die Geräusche. Viel ist ohnehin nicht los. Busse bleiben in den Depots, viele Autos in den Garagen.
Die Luft ist rein wie sonst selten.
Die Welt ist hell und sauber, denn Schnee deckt alles zu – Bäume und Wiesen, Häuser und Straßen. Auch Baustellen und die Silvester-Überreste, sind verschwunden unter der weißen Pracht. Alles sieht sauber und neu aus – wie ein unbeschriebenes Blatt.
Ach, wenn es doch nur so einfach wäre: Schwamm – bzw Schnee! – drüber und neu beginnen.
Doch der Schnee wird schmelzen zu Eis und Matsch – und der Unrat kommt wieder zum Vorschein. Alles nur Schall und Rauch?
Nein!
Beim Propheten Jesaja heißt es:
Gott spricht:
Regen oder Schnee fällt vom Himmel
und kehrt nicht dahin zurück,
ohne die Erde zu befeuchten.
So lässt er die Pflanzen keimen und wachsen.
Er versorgt den Sämann mit Samen
und die Menschen mit Brot.
So ist es auch mit dem Wort,
das von mir ausgeht:
Es kehrt nicht wirkungslos zu mir zurück,
sondern bewirkt, was ich will.
Was ich ihm aufgetragen habe, gelingt ihm.
(Jesaja, 55, 10f)
Die Welt unter einer sauberen Schneedecke zeigt uns, dass alles anders sein könnte. Das kann ein Ansporn sein für die Zeit, wenn der Schnee geschmolzen ist. Es liegt auch an uns.
Charlotte Kalthoff
Pastorin für Vertretungsdienste