Manche kamen gezielt, manche eher zufällig. Einige tauchten gleich tief ein, andere wollten unbedingt noch einmal wiederkommen. Und manche genossen es sogar mehrfach, ganz unbeobachtet und allein durch den Klangraum zu schweben und zu tanzen.
Mit unserer interaktiven Ausstellung „Resonanzen – Eine spirituelle Entdeckungsreise durch Klang und Raum“ haben wir im September die Klosterkirche Wülfinghausen für neue Erfahrungen geöffnet. Der große Zuspruch hat uns überrascht und gefreut – so sehr, dass wir die Ausstellung bis zum 4. Oktober verlängert haben.
Was uns besonders bewegt hat: Wie offen und unbefangen Menschen die Möglichkeiten der Ausstellung genutzt haben. An der Station „Was dich trägt“ hinterließen sie rund 60 Karten mit Gedanken und persönlichen Antworten. Im Klangraum sammelten sich Musiktitel, die Besucher:innen über Kopfhörer hörten, dazu Bilder und Worte für das, was die Musik in ihnen auslöste: „Tanz im Herzenspalast“, „Ewigkeit im Herzen“, „innere Ruhe“, „frei & losgelöst“, „Dankbarkeit“ oder schlicht: „GOLD SCHÖN“.
Wir hatten den Eindruck, dass hier Menschen hörten, aufschrieben und -malten, was sie wirklich bewegt – ohne sich zu fragen, ob das in einer Kirche wohl gesagt oder gehört werden darf. Es ging nicht um theologische Richtigkeiten, sondern um persönliche Erfahrungen. Und auch unterschiedliche Zugänge hatten Platz: Manche brauchten Zeit, um sich auf die innere Auseinandersetzung einzulassen. Andere entdeckten die Ausstellung eher zufällig. Und wer mit dieser Form der Spiritualität wenig anfangen konnte, war dennoch nicht daran gehindert, in der Kirche den eigenen Gebetsritualen nachzugehen. Auch die drei Liegekonzerte „Raumklang“ waren mit jeweils rund 25 Gästen ausgebucht.
In unserem Gästebuch fanden sich Rückmeldungen wie: „Die Ausstellung schenkt einen Raum für Begegnung mit mir und mit Gott“ oder "Liebevoll, detailliert, ästhetisch sehr schön - Danke für Liebe, Mühe und die Hilfestellung, Gott zu begegnen!" Eine Besucherin schrieb auf Instagram: „Das Konzept hat mich tief berührt und die Ausstellung sehr bewegt.“
Für uns als Team war „Resonanzen“ ebenfalls eine Entdeckungsreise. Die vielen Musiktitel, auch solche mit religiösen Inhalten, die wir selbst noch nicht kannten, haben unseren Horizont erweitert. Vor allem aber nehmen wir die Erfahrung mit, dass ein Kirchenraum Menschen einen Ort bieten kann, an dem sie sich frei und unverstellt mit dem beschäftigen, was sie trägt, bewegt und zum Klingen bringt.
Ob und in welcher Form „Resonanzen“ wieder einmal zu erleben sein wird, ist noch offen. Vieles ist möglich.