Abschied in den Ruhestand

29. September 2026
Foto: M.Müller

15 Jahre St. Petrus Springe

Nach 15 Jahren als Pastorin der evangelisch-lutherischen St.-Petrus-Kirchengemeinde in Springe ist Bettina Bartke am Sonntag, 27. September 2026, in den Ruhestand verabschiedet worden. In einem festlichen Gottesdienst wurde damit eine lange und prägende Zeit ihres Wirkens in der Springer Gemeinde gewürdigt.
Superintendent Andreas Brummer begleitete den Gottesdienst, in dem Bettina Bartke aus ihrem Dienst als Gemeindepastorin entpflichtet wurde. Für die Gemeinde bedeutete der Gottesdienst einen besonderen Moment. Mehr als ein Jahrzehnt hat Bartke das Leben von St. Petrus mitgestaltet, Menschen seelsorglich begleitet, Gottesdienste gefeiert, getauft, konfirmiert, getraut und bei Abschieden begleitet.
Insgesamt 36 Jahre war sie als Pastorin tätig. Zunächst 21 Jahre in Bomlitz und anschließend 15 Jahre in Springe.


Das Wort im Mittelpunkt
Besonders wichtig war Bettina Bartke nach eigener Aussage stets die Predigt. Sie wollte sich intensiv mit den biblischen Texten auseinandersetzen und sie mit der Lebenswirklichkeit der Menschen verbinden. Für Bartke gehört es zum Auftrag der Kirche, den Menschen Worte zu geben, die Orientierung und Halt vermitteln können.
Dabei verstand sie sich ausdrücklich als Gemeindepastorin. Menschen über längere Zeiträume zu begleiten und für sie da zu sein, wenn sie Unterstützung, Trost oder einen Gesprächspartner benötigen, gehörte für sie zum Kern ihres Berufes.

Konstruktive Gespräche
In den Dankesworten und Reden, die an diesem Vormittag zu hören waren, wurde eine Eigenschaft von Bettina Bartke besonders häufig hervorgehoben. Sie hatte eine klare Haltung und scheute sich nicht, diese zu vertreten. Auch wenn man nicht immer derselben Meinung war, blieb die Breitschaft im Gespräch zu bleiben und der gegenseitige Respekt erhalten. Dies wurde als besondere Stärke und prägend für die gemeinsame Zeit gewürdigt.
Auch Brummer sprach diese Seite offen an. „Es war keine Zeit ohne Konflikte“, sagte er und verschwieg dabei auch schwierige Auseinandersetzungen nicht. Gleichzeitig würdigte er die Fähigkeit, gerade durch das Ringen miteinander zu einer gemeinsamen Basis zu kommen: „Man konnte sich mit Ihnen auseinandersetzen und reiben, um gerade dadurch eine gemeinsame Basis zu suchen und zu finden.“
Für Brummer war dieses Ringen um Positionen durchaus etwas Positives. Er habe es als „zielführend“ erlebt und auch geschätzt.

 

Gemeinde weiterentwickelt und geprägt
In ihre Amtszeit in Springe fielen zahlreiche Veränderungen und Entwicklungen. Ein besonders sichtbares Zeichen war der Neubau des Gemeindehauses, der 2017 eingeweiht wurde. Auch die religionspädagogische Arbeit mit Kindern lag Bartke besonders am Herzen. Bereits in ihrer vorherigen Gemeinde hatte sie sich über viele Jahre im Kindergottesdienst engagiert. In St. Petrus baute sie gemeinsam mit einem Team entsprechende Angebote wieder auf. Darüber hinaus initiierte sie einen theologischen Gesprächskreis.
Auch schwierige Zeiten gehörten zu ihrer Dienstzeit. Die Corona-Pandemie stellte die Gemeindearbeit vor besondere Herausforderungen und führte dazu, dass viele Angebote zeitweise nicht oder nur eingeschränkt stattfinden konnten.
Bettina Bartke blickte dabei stets auch auf die größeren Veränderungen in der Kirche.


Ein Abschied mit Blick nach vorn
Zum Ende seiner Ansprache schlug Andreas Brummer noch einmal einen biblischen Bogen. Bartke selbst hatte für ihren Abschied einen Vers aus dem Hebräerbrief ausgewählt:
„Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes.“
Diese Ruhe, so Brummer, sei nicht einfach das Ende aller Aufgaben. Im biblischen Verständnis gehe es vielmehr um die Sabbatruhe – um eine andere Taktung des Lebens, um das Einfinden in Gottes schöpferische Ruhe.
„Bei dieser Ruhe geht es darum, sich neu in Gottes schöpferischen Atem fallen zu lassen“, sagte Brummer. Ein Ruhestand müsse deshalb kein Stillstand sein, sondern könne ein „neues bewegt- und beseelt werden“ und eine neue Freiheit bedeuten.

Mit dem Ruhestand endet für Bettina Bartke ihre aktive Zeit als Gemeindepastorin in St. Petrus. Ganz aus der kirchlichen Arbeit verabschiedet sie sich jedoch nicht. Wie sie ankündigte, möchte sie zu einem späteren Zeitpunkt auch Vertretungsdienste übernehmen. Zunächst wolle sie sich allerdings bewusst eine Pause gönnen. Damit geht eine lange Ära in St. Petrus zu Ende.

Ende bedeutet auch Neuanfang
Zugleich steht bereits ein Wechsel an. Mit Pastor Björn Scheffler aus Klein Berkel ist ein Nachfolger gefunden. Er soll voraussichtlich zum 1. Februar 2027 seinen Dienst in St. Petrus beginnen. Während der Übergangszeit ist Pastorin Charlotte Kalthoff für Vertretungsaufgaben vorgesehen.
 
Text und Bilder: Michaela Müller