Hoffnung nach schwerer Schuld

28. März 2026

Manchmal kann es eine Fernsehserie sein, in der man die überraschende Botschaft von der Gnade Gottes entdeckt: Neulich sah ich die Fernsehserie „Fleabag“. Sie handelt von einer selbstbewussten jungen Frau, die ein Café betreibt und darunter leidet, dass ihr Vater nach dem Tod der Mutter eine intrigante Künstlerin geheiratet hat und ihre Schwester mit ihrem Mann nicht glücklich ist. Sie selbst bringt sich immer wieder in schwierige Situationen, die einerseits witzig, aber auch quälend mitanzuschauen sind. Zum Beispiel versucht sie ihren Bankberater zu verführen, um Kredite für ihr Geschäft zu ergattern. Ich habe die Serie eher aus Versehen durchgeschaut, weil es oft zum Fremdschämen war – bis die letzte Folge kam.

Dann kommt nämlich eine schwere Schuld ans Licht, von der die Frau die Zuschauer im direkten Gespräch mit der Kamera geschickt ablenkt. Am Ende entdecken wir als Zuschauer, was sie die ganze Zeit verborgen hat (Das spoiler ich aber jetzt hier nicht). Ausgerechnet ihrem Bankberater, der gerade ihr Café besichtigen will, beichtet sie dann in ihrer Verzweiflung alles. Der steht nach ihrem Zusammenbruch etwas betreten da – und verlässt das Café. Dann geht er zum Auto, holt seine Akten vom Rücksitz, kommt wieder herein und sagt: „Menschen machen Fehler – ich denke, wir sollten uns ihr Business nochmal gemeinsam anschauen.“ Ich kann die Serie wegen des schwarzen Humors eigentlich nur bedingt empfehlen – aber diese Szene strahlte nach all den Peinlichkeiten plötzlich einen solchen Frieden aus, dass sie sich mir tief eingeprägt hat.

(Ich verlinke diese Szene hier mal. Leider habe ich sie nur auf Englisch gefunden, aber die Wortwahl ist auch so, dass eine Übersetzung gar nicht wünschenswert ist :-), und Sie wissen ja so ungefähr, was da passiert)

Sigmar von Blanckenburg
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