Für einige ist der Frühling ein Signal zum Aufräumen. Draußen erneuert sich die Natur. Und drinnen?
Also: Frühjahrsputz – und dabei aufräumen, ausmisten.
Ausmisten ist wohl am einfachsten bei der Kleidung: Die fadenscheinigen Strümpfe werden den nächsten Winter nicht erleben. - Das Kleid aus dem Schlussverkauf sieht jetzt doch nicht so toll aus. Also ab ins Fairkauf-Haus in Laatzen– da wird sich eine Liebhaberin finden. - Die Sommerhose kneift. Ob man die Pfunde loswird bis Ende Juni? Oder gleich ehrlich sein – und weg damit?
Schwerer fällt mir das Ausmisten bei Büchern (doch da gibt es den offenen Bücherschrank).
Am schwersten aber bei den Sachen, an denen Erinnerungen hängen. Auch da heißt es: ehrlich sein. Einiges kommt in den Oxfam-Laden oder auch in den Müll: Die Tonschale aus einem Urlaub – seitdem kaum benutzt. Das Landschaftsbild, an dem ich mich sattgesehen habe.
Prüfet alles – das Gute behaltet, schreibt Paulus (1. Thess 5, 21). – zusammen mit anderen Ermahnungen und guten Wünschen am Ende des Briefes.
Alles auf den Prüfstand stellen – nicht nur Gegenstände und Besitz, sondern auch die eigenen Wünsche, Vorstellungen, Überzeugungen, Pläne. Aussortieren oder bewahren, was auch jetzt noch passt, was heute trägt – und morgen, was in die Zukunft weist.
Eine Art Frühjahrsputz - nicht weniger anstrengend als das Ausmisten des Kleiderschranks oder Bücherregals.
Und der sich dennoch – oder gerade deshalb – lohnt.
Charlotte Kalthoff, Pastorin für Vertretungsdienste im Kirchenkreis Laatzen-Springe