Quelle des Lebens

11. April 2026
Bildquelle: lueneburger-heide.de

„Man sehnt sich nach des Lebens Quelle hin.“ Eine geflügelte Zeile von Goethe, die den Osterspaziergang einleitet: Die Quelle ist einfach ein schönes Bild für Ostern. Mögen auch wir neue Quellen für uns entdecken. 

Die stärksten Quellen sprudeln in Deutschland dabei im Verborgenen: Der Aachtopf bei Radolfzell mit einer Schüttung von 8000 Litern pro Sekunde. Dann die Paderquellen in Paderborn mit 5000 Litern pro Sekunde, der Blautopf bei Ulm mit 2300 Litern. Dann kommt eine niedersächsische Quelle: Die Ruhmequelle bei Northeim mit 2000 Litern pro Sekunde. 

Bei der berühmten Donauquelle sind es im Vergleich nur 60 Liter pro Sekunde. Wo wir doch denken könnten: Die Donauquelle, sie sei das Nonplusultra. Vielleicht ist es bei uns auch so: Die stärksten österlichen Quellen finden wir dort, wo es wir es eigentlich nicht erwarteten. Und doch finden wir sie, das wünsche ich uns.

In der Lüneburger Heide liegt die starke Schwindequelle, die zweitstärkste Quelle in Niedersachsen, ein außergewöhnlicher Ort. Es gibt dort kein Café in der Nähe, es gibt nur einen unbefestigten rutschigen Waldweg, der von einer kleinen Fahrstraße zur Quelle hinabführt. 

Sonntags bei Sonnenschein sind einige Spaziergänger dort anzutreffen, aber meistens liegt die Quelle in der Stille. Das macht ihren Zauber aus. Und dann steht dort eine Tafel mit diesem österlichen Spruch des großen Dichters:

Vernunft fängt wieder an zu sprechen,
Und Hoffnung wieder an zu blühn,
Man sehnt sich nach des Lebens Bächen,
Ach! nach des Lebens Quelle hin.

 

Pastor Carsten Lohse, Pattensen

Carsten Lohse
Pastor Carsten Lohse

Altenheimseelsorge