Die Geschichte vom Turmbau zu Babel ist die letzte Geschichte im ersten Buch der Bibel, bevor sich Gott mit Abraham auf den Weg macht, der nach vielen Jahrhunderten zu Jesus führt. In Babel passiert folgendes: die Menschen bauen einen Turm, der bis in den Himmel reichen soll. Der Erzähler wertet dies als einen weiteren Versuch der Menschen, zu sein wie Gott. Deswegen fährt Gott herab nach Babel und verwirrt die Sprachen der Menschen, so dass sie sich nicht mehr verstehen und ihr Projekt abbrechen.
Zu Pfingsten aber passiert unter den Jüngern von Jesus das Umgekehrte: als sie nach der Himmelfahrt beisammen sind, geschieht ein Brausen vom Himmel, und kleine Flämmchen setzen sich auf die Köpfe der Jünger, und sie beginnen zu predigen. Die Juden, die zum Wochenfest aus aller Welt in Jerusalem waren, hören sie alle in ihrer eigenen Sprache sprechen. Nachdem Petrus zum ersten Mal gepredigt hat, lassen sich 3000 Menschen taufen. Die Menschen scheinen Gott also auf einmal besser zu verstehen – und auch ihre Mitmenschen, wie sich später bei der ersten Gemeinde zeigt. Von der heißt es nämlich „sie waren täglich einmütig beieinander“. Deswegen feiern Christen Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes. Das Unerhörte daran ist vielleicht, dass Gott sich uns verständlich macht und wir uns selbst gegenseitig dadurch auch besser verstehen. Diese Beschreibung mit den Flämmchen wirkt übrigens fast so, als würde sich Gott teilen. Man könnte auch sagen mit-teilen.
Ich wünsche Ihnen ein frohes Pfingstfest und hoffe auf Ihr Verständnis.