Fluch(t) und Segen

12. September 2026

Manchmal passt ein ganzes Leben in einen Buchstaben. „Fluch(t) und Segen“ heißt das Programm des Sprengelposaunenchores Hannover am 13. September in der Immanuelkirche. Nur ein „t“ trennt den Fluch von der Flucht. Und doch liegen dazwischen ganze Lebensgeschichten.

Sprengelposaunenchor Hannover. Foto: Jens Schulze

Wer flieht, lässt Menschen, Orte, Vertrautes und fast immer ein Stück Sicherheit zurück. Flucht beginnt selten mit Hoffnung. Sie beginnt mit Gewalt, Angst oder Not. Mit einem Aufbruch, den man sich nicht ausgesucht hat.

Und der Segen? Er bedeutet nicht, das Schwere schönzureden. Vielleicht beginnt er dort, wo ein Mensch wieder Boden unter den Füßen findet. Wo aus Fremden Nachbarn werden. Wo jemand zuhört und eine Tür aufgeht.

Ausgerechnet an diesem 13. September wird in Niedersachsen auch gewählt. Ein guter Tag, um daran zu erinnern: Hass ist kein Segen. Ausgrenzung ist kein Segen. Und die Würde eines Menschen hängt weder von seiner Herkunft noch von seinem Pass ab.

Die Bibel erzählt oft von Menschen unterwegs: Abraham verlässt seine Heimat, Maria und Josef fliehen mit ihrem Kind nach Ägypten. Glaube verspricht kein unbeschwertes Leben, aber die Hoffnung, dass Gott auch auf unsicheren Wegen mitgeht.

Um 17 Uhr erzählt der Sprengelposaunenchor unter Leitung von dem Landesposaunenwart Henning Herzog musikalisch von solchen Wegen. Vielleicht kann Musik etwas, was Worte manchmal nicht schaffen: uns hören lassen, was ein anderer Mensch fühlt. Der Eintritt ist frei.

Magdalena Andrulewicz
Eichstraße 28
30880 Laatzen