Ich trau dir was zu

17. Oktober 2026
Foto: Privat

„Mach du das ruhig. Ich trau dir das zu.“

Eigentlich ein schöner Satz. Nur dumm, wenn man ihn sagt – und anschließend doch jeden Handgriff kontrolliert.

Genau darum ging es in einem Gottesdienst, den wir vor einiger Zeit gestaltet haben. In einer kleinen Szene sollte ich eine Aufgabe abgeben. Zumindest war das der Plan. Meine Hände fanden offenbar, dass das keine besonders gute Idee war. Ich erklärte weiter, mischte mich ein, griff wieder zu.

Ich musste selbst darüber lachen. Und fühlte mich ziemlich ertappt.

Mein Sohn sagte hinterher nur: „Mama, du hast dich da ja richtig selbst gespielt.“

Er hatte recht.

Denn Vertrauen klingt so leicht. Wirklich etwas abzugeben, ist etwas anderes. Einfach stehen lassen. Nicht nachbessern. Und darauf vertrauen, dass es auch anders gut werden kann.

„Ich trau dir was zu“ heißt auch: Ich gebe dir Raum. Sogar den Raum, es anders zu machen als ich.

Und manchmal denke ich: Genau so viel Zutrauen hat Gott in uns. Er traut uns etwas zu, mitten in unseren Zweifeln und Unvollkommenheiten. Er sagt: Geh los. Ich gehe mit.

Wenn Gott uns so viel zutraut, könnten wir es vielleicht auch öfter miteinander versuchen.

Ich jedenfalls übe weiter. Im Abgeben. Im Loslassen. Und darin, es auszuhalten, wenn andere Dinge anders machen als ich.

Wobei „aushalten“ wahrscheinlich schon verrät, dass da noch Luft nach oben ist.

Meine Hände sind offenbar noch nicht ganz überzeugt.