Reset Hoffnung

31. Oktober 2026
Foto: bilder-e | Inna Rempel

Es müsste einen Knopf dafür geben: Für die Nachrichten, die den Schlaf rauben. Für die Diskussionen, wo längst niemand mehr zuhört. Für das Gefühl, dass sich die Welt immer weiter in eine Richtung dreht, die man kaum aushält.

Einmal drücken. Alles zurück auf Anfang. RESET.

Der Gedanke hat etwas Verlockendes: Ein frisches System, ein neuer Versuch. Was sich festgefahren hat, kommt wieder in Bewegung. Was schiefgelaufen ist, lässt sich nochmal neu angehen.

Nur funktioniert das Leben nicht so. Wir können nicht an den Punkt zurück, an dem noch alles offen war. Was geschehen ist, bleibt geschehen. Und morgen früh warten wieder neue Nachrichten.

Am Reformationstag geht es trotzdem um einen Neuanfang. Reset Hoffnung lautet das Motto, unter dem wir in diesem Jahr Reformationstag feiern.

Martin Luther entdeckte beim Lesen der Bibel: Gottes Liebe muss man sich nicht verdienen. Sie gilt uns, bevor wir etwas vorzuweisen haben. Darin lag für ihn die Hoffnung, nicht an den eigenen Fehlern scheitern zu müssen. Gott legt uns nicht auf unsere Fehler festlegt. Unsere Geschichte kann sich aus jedem Tiefpunkt wieder fortentwickeln.„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“, heißt es in der Jahreslosung 2026. Keine Garantie, dass alles nach unseren Wünschen verläuft. Aber Gott verspricht, dass Unrecht und Leid nicht das letzte Wort behalten; dass Zukunft offenbleibt –  Hoffnung.

Reset Hoffnung - kein Knopf zum Drücken, sondern eine Zusage, auf die uns gilt. Und Grund auch morgen weiterzumachen.

 

Nele Thomaier
Am Gut 11
31832 Bennigsen